Vor zehn Tagen gab sich Adrian Schoop, Geschäftsführer der Schoop & Co. AG in Baden-Dättwil, in der Tagesschau besorgt. Ein Austritt von Grossbritannien aus der EU könnte negative Auswirkungen auf Firmen haben, die Güter auf die Insel exportieren. Auch für sein Unternehmen, das unter anderem Bänder zur Fugenabdichtung bei Gebäuden nach Grossbritannien liefert. "Wir haben den Frankenschock noch nicht ganz überwunden, wenn jetzt unsere Währung wieder stärker und das britische Pfund schwächer wird, könnte das die Exporte erschweren", sagte Schoop.

Persönlich ging der junge Unternehmer, der auch in der Geschäftsleitung der FDP Aargau sitzt, eher davon aus, dass Grossbritannien in der EU bleiben würde. Noch am Donnerstagabend habe ihm ein Vertriebspartner aus England per Mail geschrieben, er gehe von einem knappen Resultat aus, glaube aber an einen Verbleib. "Offenbar war die Unzufriedenheit der Bevölkerung doch grösser als erwartet", sagt Schoop am Freitag, als der Brexit feststeht.

"Marktzugang ohne grosse Hürden ist wichtig"

Kurzfristig werde dieser Entscheid die Situation für sein Unternehmen schwieriger machen, sagt der Unternehmer. "Es wird eine gewisse Unsicherheit geben, einerseits im Verhältnis von Grossbritannien zur EU, andererseits auf den Finanzmärkten und bei den Währungen." Schoop geht von einer Phase der Unruhe aus - für seine Firma sei es wichtig, dass möglichst bald wieder Stabilität einkehre. "Wir sind auf einen sicheren, einfachen Marktzugang mit möglichst wenigen Hürden angewiesen, das sind die entscheidenden Kriterien für uns", hält er fest. 

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Die Schoop & Co. AG macht rund einen Viertel ihres Umsatzes im Ausland, dabei sei Grossbritannien ein durchaus wichtiger Markt. "Wir halten aber trotz des Brexit-Entscheids an einem laufenden Investitionsprojekt fest", sagt Adrian Schoop. Er könne sich vorstellen, dass der Austritt von Grossbritannien bei gewissen Firmen zu einem Stellenabbau führen könnte, bei seinem Unternehmen sei dies aber nicht der Fall. "Längerfristig könnte diese Entwicklung auch Chancen bringen", sagt Adrian Schoop.

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