Wirrwarr
Reisefrust bei Aargauer Familie: Tochter erhielt trotz positivem Coronatest ein Zertifikat – und muss doch in Isolation

Für eine Reise nach Berlin liess Sabine Huber (Name geändert) ihre 11-jährige Tochter testen. Was folgte, war ein grosses Wirrwarr: Ein positives Testresultat vom Labor, zwei Stunden später dennoch ein Covid-Zertifikat – und schliesslich das frustrierende Ende: Isolation statt Städtereise.

Fabian Hägler
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Die 11-jährige Tochter einer Aargauer Familie bekam ein ungültiges Zertifikat.

Die 11-jährige Tochter einer Aargauer Familie bekam ein ungültiges Zertifikat.

Symbolbild: Alessandro Della Valle / Keystone

«Wir wollten in den Herbstferien für eine Woche mit der ganzen Familie nach Berlin», sagt Sabine Huber (Name geändert). Doch aus den Reiseplänen der Aargauerin, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter die deutsche Hauptstadt besuchen wollte, wurde nichts. Mutter und Vater der Familie Huber sind geimpft und haben ein Zertifikat, die Tochter ist mit elf Jahren zu jung für die Impfung und liess sich deshalb testen.

Am vergangenen Donnerstag wurde der PCR-Test im Spital Muri durchgeführt, am Freitag erhielt die Familie per SMS den Befund: Positiv. «Wir sind aus allen Wolken gefallen, sie hat keinerlei Symptome», erinnert sich Sabine Huber. Umgehend reagierte die Aargauer Familie, sagte die Reise ab und stornierte ihre Buchungen. Gut zwei Stunden später folgte dann die grosse Überraschung: Per E-Mail erhielt die Familie ein Covid-Zertifikat für ihre Tochter. Das PDF-Dokument liegt der AZ vor, darauf steht: Covid-19: Nicht erkannt (Negativ).

Nachfrage beim Labor: «Das Bundesamt für Gesundheit hat ein Riesenpuff»

«Wir waren ziemlich verwirrt», sagt Sabine Huber, die umgehend beim Testlabor anrief und nachfragte, was denn nun das korrekte Ergebnis sei. Dort wurde ihr mitgeteilt, der Test ihrer Tochter sei positiv und das Zertifikat ungültig. «Am Telefon sagte mir eine Mitarbeiterin des Labors, das Bundesamt für Gesundheit habe ein Riesenpuff», erinnert sich Huber. Tatsächlich gab es beim BAG am letzten Freitag technische Probleme bei der Ausstellung der Zertifikate.

Wegen einer Fehlkonfiguration bei der elektronischen Signatur waren demnach einige Zertifikate ungültig, die dann ausgestellt wurden. «Für uns ist das ist ein ziemlicher Frust, nun muss unsere Tochter zehn Tage in Isolation und damit den grössten Teil der Ferien zu Hause bleiben», sagt Sabine Huber. Ein kleines Happy End hat die Geschichte aber: Weil die Arbeitgeber der Eltern kulant sind, kann die Familie demnächst doch noch für ein verlängertes Wochenende verreisen.

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