Wahlen AG 2016

Yvonne Feri reagiert auf Trump: «Bei Ängsten und Nöten genauer hinhören»

Yvonne Feri, SP

Yvonne Feri, SP

Drei Kandidatinnen liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den letzten Regierungsratssitz. Heute: Regierungsratskandidatin Yvonne Feri, SP.

Yvonne Feri - Regierungsratskandidatin der SP - im Wahltalk über die Lehren aus dem US-Wahlkampf, einen EU-Beitritt und Lehrerlöhne.

SP-Regierungsratskandidatin Yvonne Feri weiss, was sie aus den US-Wahlen für sich gelernt hat: "Bei Ängsten und Nöten genauer hinhören." Darauf angesprochen hat sie auf Tele M1 Moderator Christian Dorer. Ob Donald Trumps überraschende Wahl auch Einfluss auf die Politik der SP Schweiz hat, kann Feri nicht deuten.

Der Talk vom Montag mit Feri ist der dritte in der Wahlreihe. Bereits ausgestrahlt wurden die Beiträge mit den Kandidatinnen Maya Bally und Franziska Roth. Am 27. November wird im zweiten Wahlgang der fünfte und letzte Sitz in der Aargauer Regierung vergeben.

Und was hält Yvonne Feri von der Klassenkampf-Diskussion, wie sie SP-Präsident Christian Levrat übers Wochenende lancierte? Feri will davon nichts wissen. Sie habe auch die Überwindung des Kapitalismus, wie er in einem früheren Parteiprogramm diskutiert worden war, nicht gut gefunden. Die Position sei ihr zu links. Und als Linke will Feri im Wahlkampf nicht gesehen werden. Sie positioniert sich als gemässigte Sozialdemokratin. Vor allem aber: "Ich bin eine pragmatische Politikerin."

Das wird auch bei den Stichworten Militär und EU-Beitritt deutlich. Die Bevölkerung wolle das Militär. "Die Frage ist deshalb nicht, ob ja oder nein, sondern welche Art von Militär." Es solle zwar freiwillig sein, jedoch Frauen und Männer gleichermassen ansprechen. Die Europäische Union sieht Feri kritisch: "Früher war ich für einen Beitritt, doch heute ist das nicht möglich, die Stimmung ist dagegen."

Natürlich begrüsst Feri noch immer eine ausserfamiliäre Kinderbetreuung. "Jeder investierte Franken kommt eineinhalb- bis viermal zurück", so Feri. Das bedeute mehr Steuern, mehr AHV-Beiträge, mehr Geld für Sozialleistungen. "Ein Gewinn für alle."

Ob sie als Sozialdemokratin sparen könne, will Moderator Dorer wissen. Natürlich kontert Feri "Als Gemeinderätin von Wettingen habe ich immer versucht, die Steuern tief zu halten. Ich hatte in meinem Bereich zwar viele gebundene Ausgaben, doch ich habe versucht, meinen Beitrag zu leisten."

Der Kanton muss sparen und Feri will als Regierungsrätin mithelfen. Bei der Pflegeinfrastruktur etwa, kann sie sich Sparpotenzial vorstellen. Sie will überall hinschauen, "ob sparen möglich ist, zeigt sich dann". Bei der Bildung zu sparen, sei hingegen schwierig. Die Schülerzahlen würden steigen. Bei der Bildung zu sparen sei aus ganz verschiedenen Gründen schwer.

Und gibts für die Lehrer mehr Lohn, wie diese fordern? Man müsse die Lohneinstufung genau anschauen, doch im Vergleich zur Konkurrenz seien Aargauer Löhne tatsächlich tiefer. Ja, sagt Feri, wahrscheinlich kostet dies alles Geld. (jk)

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