Zerstörungswut
Vandalen klauen tausend Zeitungen und schmeissen diese auf die Strasse – doch es gibt eine Spur

Bereits drei Mal wurden etliche Zeitungen aus Depots gestohlen. Die Vandalen richteten mit ihnen eine wüste Unordnung an. Doch es konnte ein verdächtiges Fahrzeug beobachtet werden.

Dominic Kobelt
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Die Zeitungen wurden vermutlich aus dem fahrenden Auto auf die Strasse geworfen. Bild vom 13. Mail in Eggenwil

Die Zeitungen wurden vermutlich aus dem fahrenden Auto auf die Strasse geworfen. Bild vom 13. Mail in Eggenwil

Zvg

Zeitungen zu vertragen ist kein einfacher Job – umso mühsamer, wenn Vandalen die Arbeit zusätzlich erschweren. Am Freitag, 13. Mai, wurden rund 1000 Zeitungen aus Depots in Bellikon, Remetschwil und Widen geklaut, 14 Routen waren betroffen. Danach haben die Vandalen wohl die Bündel aus dem fahrenden Auto geworfen und so in der Region Bellikon, Künten und Eggenwil dafür gesorgt, dass Strassen und Wiesen voll von Zeitungspapier waren.

Und der Vorfall am 13. Mai war nicht der einzige, in den Wochen davor wurden bereits zwei Mal Zeitungen geklaut, einmal in Rütihof, und einmal in Widen. «Ich bin schon elf Jahre dabei, aber in diesem Ausmass habe ich das noch nicht erlebt», sagt Umberto De Simone, Gebietsleiter der AZ Vertriebs AG.

Auch neben der Badenerstrasse in Eggenwil lag Zeitungspapier

Auch neben der Badenerstrasse in Eggenwil lag Zeitungspapier

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«Nebst der Aargauer Zeitung vertragen wir auch Fremdtitel wie den ‹Blick›, den ‹Tagi› oder die NZZ. Diese Zeitungen werden zu Depots gebracht, von wo aus sie von den Verteilern an die Haushalte geliefert werden», erklärt De Simone die Situation. Diese Depots, etwa bei Busstationen, seien zwar vor Regen geschützt, aber die Zeitungen sind nicht eingeschlossen. Somit habe jeder Zugriff.

Viel Ärger für Verteiler und Abonnenten

Wenn so viele Zeitungen mutwillig zerstört würden, sei dies für die Zusteller ein Super-GAU. «Wir müssen dann schauen, was in unseren Standorten noch an Zeitungen da ist und allenfalls in Zürich nachbestellen.» Anschliessend müssten die Gebietsleiter dafür sorgen, dass neue Verteiler aufgeboten würden und diese zu ihren Zeitungen kämen. «Denn diejenigen, die am Morgen unterwegs waren, gehen dann oft schon einer anderen Arbeit nach – für viele ist es ein Zweitjob.»

Erstaunlich ist insbesondere das Ausmass der Zerstörungswut. «Dass einzelne Zeitungen entwendet werden, kommt immer wieder vor», erzählt De Simone. «Wir haben auch schon erlebt, dass Zeitungen angezündet oder in einen Fluss geworfen wurden, oder jemand sein Geschäft darauf verrichtet hat.»

Auto mit nur einem Scheinwerfer beobachtet

Leidtragende seien zudem die Abonnentinnen und Abonnenten, die ihre Zeitung dann zu spät erhalten würden. «Ausgeliefert haben wir die Zeitungen aber immer, schliesslich zahlen die Kundinnen und Kunden dafür.» Gegenüber der Ombudsstelle wurde diesbezüglich auch schon der Verdacht geäussert, Zeitungsverträgerinnen und -verträger hätten die Bündel weggeworfen, um sich die Arbeit zu erleichtern. «Das ist natürlich nicht der Fall.»

Glücklicherweise gibt es eine Spur zu den Vandalen: Ein Chauffeur, der Zeitungen zu einem Depot lieferte, sah einen Subaru Impreza mit jungen Insassen eilig wegfahren. Auffällig: Es funktionierte nur noch ein Scheinwerfer. So ein Fahrzeug ist dann auch einer Verträgerin in der Nähe eines Depots aufgefallen, sie notierte die Nummer. «Wir haben Anzeige eingereicht», sagt De Simone. Ob damit die Vandalenakte ein Ende haben, bleibt abzuwarten.

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