Aargau

Zu teuer: Regierung stoppt elektronisches Archivierungssystem

Zusammen mit seiner Mutter verfasste Karl S. «Die Wahrheit».

Zusammen mit seiner Mutter verfasste Karl S. «Die Wahrheit».

Aus Wirtschaftlichkeits- und Kostengründen stoppt die Aargauer Kantonsregierung das Projekt «Langzeitarchivierung elektronischer Daten im Kanton Aargau» (LAEDAG). Der Versuch kostet den Kanton 1,6 Millionen Franken.

Der Grosse Rat hatte im November 2010 einen Kredit von 4,52 Millionen Franken bewilligt. Das Pilotprojekt lief im April 2012 an.

Inzwischen stellte sich aber heraus, dass bei LAEDAG im Falle einer flächendeckenden Anwendung und Umsetzung in der kantonalen Verwaltung jährlich Betriebs- und Unterhaltskosten in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Franken anfallen würden.

Nach einer Wirtschaftlichkeitsanalyse und aus Kosten-Nutzen-Überlegungen habe der Regierungsrat deshalb beschlossen, auf die umfassende Einführung zu verzichten, teilte die Aargauer Staatskanzlei am Dienstag mit. Der gesetzliche Auftrag zur Archivierung und zum Schutz von Akten werde aber gleichwohl erfüllt.

Kein Drama

Die Aargauer Regierung will die Sache zudem nicht dramatisieren. Das im Projektverlauf erworbene Wissen helfe mit, künftige Herausforderungen im Archivmanagement zu meistern. Zudem könne die angeschaffte Hardware anderweitig verwendet werden.

Mit LAEDAG wollte die Aargauer Kantonsverwaltung den zunehmenden digitalen Datenfluss bewältigen und die Anforderungen des Gesetzes über die Information der Öffentlichkeit, den Datenschutz und das Archivwesen erfüllen. Geplant war eine ganzheitliche IT-Lösung, ein sogenanntes Records Management System.

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