Lenzburg

Änderung in der Stadtbibliothek – sie liess 100 Jahre auf sich warten

Die Stadtbibliothek. (Archiv)

Die Stadtbibliothek. (Archiv)

Lenzburg Die Stadtbibliothek eilt Jahr für Jahr von einemAusleihrekord zum andern. Nun sollen auch die längst überholten Strukturen noch angepasst werden.

Seit über 200 Jahren besorgt die Stadtbibliothek den Verleih von Büchern und seit Jahrzehnten auch modernerer Medien mit grösstem Erfolg. Bibliotheksleiterin Barbara Hediger rechnet vor: «Noch nie gingen so viele Medien über den Tisch wie 2016: Mit 110 365 Ausleihen (plus 2 Prozent) an 3064 Benutzer (plus 193) sowie 34 450 Besuchern (plus etwa 1000) sind erneut Rekordwerte zu verzeichnen.» Was in der Praxis floriert und von der Bevölkerung akzeptiert, basiert allerdings juristisch auf längst überholten Strukturen.

Die Statuten der altehrwürdigen Bibliotheksgesellschaft Lenzburg stammen nämlich vom 12. November 1910, sind also seit 107 Jahren nie mehr revidiert worden. Ein Entwurf von anno 1975 blieb aus unbekannten Gründen unsigniert bloss auf dem Papier. Höchste Zeit also, das Fundament all der Aktivitäten den aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

Die Bibliothekskommission unterbreitet der Mitgliederversammlung vom 16. März 2017 die Statuten zur Neuorganisation der Stadtbibliothek. Sie wurden vom Stadtrat zusammen mit einem Leistungsvertrag genehmigt; dies, weil die Einwohnergemeinde den Grossteil der Betriebskosten trägt und das Gebäude unentgeltlich zur Verfügung stellt.

Einige Änderungen

Bisher war jeder Benutzer, auch Minderjährige, der Bibliothek zugleich Mitglied des Vereins der Bibliotheksgesellschaft. Neu wird dieser Träger des Betriebs. Vereinsmitglieder zahlen 75 Franken Jahresbeitrag, können das Angebot gratis nutzen und an der Mitgliederversammlung aktiv teilnehmen. Die Kategorie Gönner geniesst ab einem Beitrag von 100 Franken die selben Privilegien. «Gewöhnliche» Benutzer der Bibliothek zahlen Jahresgebühren von 35 Franken, wenn sie von Lenzburg sind, Bewohner der Beitragsgemeinden Staufen und Schafisheim 40 Franken, Bewohner anderer Gemeinden 45 Franken.

Kurt Frischknecht, Präsident der Bibliothekskommission, hofft auf viele neue Mitglieder: «Die Mitglieder können über die Entwicklung der Bibliothek mitbestimmen und tragen dazu bei, das Angebot noch attraktiver zu machen.»

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