Paragrafenrelikt

Als eine der letzten Gemeinden soll auch Staufen die Sargentschädigung begraben

Bestattungen sind für Auswärtige vielerorts teurer als für Einheimische. az Archiv

Bestattungen sind für Auswärtige vielerorts teurer als für Einheimische. az Archiv

An der Gemeindeversammlung stimmt die Bevölkerung über den Ersatz eines Stromleitungskabels und die Erneuerung des Bestattungsreglements ab.

Als eine der letzten Gemeinden im Kanton hat Staufen in seinem Bestattungs- und Friedhofsreglement noch eine sogenannte Sargentschädigung festgehalten. Das Paragrafenrelikt stammt aus einer Zeit, als man die Kremation gegenüber der Erdbestattung begünstigen wollte. Bei einer Erdbestattung zahlt die Gemeinde den Angehörigen 300 Franken aus, bei einer Kremation sind es 500 Franken.

Mit der vorgeschlagenen Änderung des Bestattungsreglements, über welche die Einwohner bei der Gemeindeversammlung von übermorgen Mittwoch abstimmen können, soll diese Sargentschädigung nun entfallen. Im Gegenzug verzichtet die Gemeinde auf die Erhebung einer Gebühr zur Grabräumung.

«Abschaffung der Entschädigung sowie im Gegenzug Verzicht auf das Einfordern einer Gebühr für die Grabräumung waren dem Gemeinderat ein Anliegen», sagt die stellvertretende Gemeindeschreiberin Nicole Baumann auf Anfrage. Insbesondere bezüglich der Räumungsgebühr sei es nach mehr als 25 Jahren oft schwierig, unter den Angehörigen die Zuständigkeit zu klären.

Des Weiteren wird das gemeindeeigene Bestattungsreglement auch mit der kantonalen Gesetzgebung in Einklang gebracht. Die Dauer der Grabesruhe wurde im Kanton Aargau von 25 auf 20 Jahre verringert. Der Gemeinderat will die Ruhezeit grundsätzlich bei 25 Jahren belassen. Bei Platznot auf dem Friedhof soll der Gemeinderat jedoch die Kompetenz erhalten, die Grabesruhe auf 20 Jahre zu verkürzen.

Entspannung beim Budget

Entspannt hat sich die Lage in Staufen auch in Bezug auf das Gemeindebudget. Der Voranschlag für das Budget 2017 weist einen Ertragsüberschuss von 21 900 Franken auf. Der Steuerfuss verharrt für 2017, nach den Erhöhungen auf das Jahr 2015 und auf das Jahr 2016, bei unveränderten 89 Prozent. Wie der Gemeinderat bereits anlässlich des Politapéros informierte, sollte dieser Steuerfuss mittelfristig gehalten werden können. Ausserdem sollen die Steuereinnahmen ab 2018 wieder deutlich ansteigen.

Grössere Auffälligkeiten sind innerhalb des Budgets 2017 keine aufzufinden. Zu erwähnen bleibt die Tatsache, dass die Beratungen zur Schulgeldberechnung der Regionalschule Lenzburg, die mit dem Stadtrat von Lenzburg und dem Gemeinderat von Ammerswil geführt werden, noch andauern. Diesbezüglich konnte der Gemeinderat bereits am Politapéro präzisieren, dass sich die Verhandlungen auf das Schulgeld bis und mit 2016 beziehen. Für das nächste und die kommenden Jahre konnte eine Einigung erzielt werden.

Abstimmen wird die Bevölkerung von Staufen an der Gemeindeversammlung auch über einen Kredit über 168 000 Franken für den Ersatz eines Mittelspannungskabels, das zwischen dem Zubringermast der Aargauer Elektrizitätswerke und der Transformatorenstation Seefeld verläuft. Die Ersetzung des Kabels soll im Zuge der Bauarbeiten am geplanten Radweg zwischen Staufen und Seon erfolgen.

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