Lenzburg
Am Bahnhof Lenzburg werden weitere Bushaltestellen gebaut

Es kommt etwas Bewegung in den geplanten Umbau des Lenzburger Bahnhofplatzes, wenn auch nur mit einer Zwischenlösung. Der Einwohnerrat bewilligt 380'000 Franken für neue Bushaltestellen.

Pascal Meier
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Der Lenzburger Bahnhofplatz soll ein neues Gesicht bekommen; Bäume, Rasenstreifen und die Parkplätze rechts verschwinden.

Der Lenzburger Bahnhofplatz soll ein neues Gesicht bekommen; Bäume, Rasenstreifen und die Parkplätze rechts verschwinden.

Chris Iseli

Vor allem zur Stosszeit geht es beim Lenzburger Bahnhof zu und her wie in einem Taubenschlag. Züge, Busse, Fussgänger, Auto- und Velofahrer kommen und gehen, und dies auf einem Areal, das in den 60er-Jahren geplant, 1974 gebaut und seither kaum verändert wurde. Täglich steigen 26 000 Personen ein- oder aus, 2012 waren es noch 16 000.

Seit knapp zwei Jahrzehnten wollen Stadt und SBB die Infrastruktur den massiv gewachsenen Pendlerströmen anpassen. 2014 erlitt aber das Bahnhofplatz-Projekt «Loop» wegen neuer Rahmenbedingungen Schiffbruch. Um die Sicherheit trotzdem etwas zu verbessern, wurden 2014 bei der Seetalbahn-Linie zwei neue Buskanten gebaut.

Nun werden die Rahmenbedingungen für den Regionalbus Lenzburg (RBL) weiter verbessert. Der Einwohnerrat hat am Donnerstagabend einen Kredit von 380'000 Franken für Anpassungen des Bushofes gesprochen – dies als Provisorium über die nächsten sechs bis zehn Jahre, also bis neue Pläne für das Bahnhofareal vorliegen.

Konkret werden alle Parkplätze zwischen dem heutigen Bushof (mit den gelben Dächern) und der Bahnhofstrasse aufgehoben und die Grünrabatte dazwischen abgebrochen. Das Trottoir zwischen Bushof und Bahnhofstrasse wird in Richtung Gleise verschoben, sodass entlang der Bahnhofstrasse vis-à-vis der Seetalbahn eine Warteposition für Linienbusse, vier Taxiplätze und ein Carparkplatz gebaut werden können.

Zwei weitere Bushaltestellen entstehen auf der anderen Seite des Streifens, wo heute die schrägen Parkplätze sind. Damit können mehr Busse am Bahnhof anhalten. Der Vorschlag für diese Massnahme kommt denn auch vom Regionalbus Lenzburg.

FDP: «Unerfreulich, aber nötig»

Im Einwohnerrat war das Projekt weitgehend unbestritten. «Eine zweckmässige Lösung zu einem vertretbaren Preis», urteilte Beat Hiller (GLP) Namens der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission, die wie seine Partei das Projekt befürwortet. Ähnlich äusserte sich SP-Sprecher Robin Franck: «Ein gutes und schnell realisierbares Projekt.» Denn die Situation sei «nicht mehr tragbar». Ins gleiche Horn stiess Daniel Blaser Namens der CVP: «Es ist höchste Zeit, dass etwas geht.» Grüne-Sprecher Stefan Zantop sagte kurz und bündig: «Das Projekt ist unerfreulich, aber nötig sowie pragmatisch und funktionell ausgeklügelt.»

Auch die FDP stellte sich hinter das Bushof-Provisorium. «Es bringt Verbesserung», sagte Stephan Weber, der befürchtet, dass sich in den kommenden 10 bis 15 Jahren am Bahnhof wenig bewegen wird. Weber kritisierte jedoch im Namen der Freisinnigen, dass Lenzburg die Kosten alleine trägt. «Es wäre wünschenswert, dass sich die umliegenden Gemeinden beteiligen.»

Scharfe Kritik von der SVP

Das war der Steilpass für SVP-Sprecher Michael Häusermann. «Wir Lenzburger müssen 380'000 Franken berappen und die Nachbargemeinden lachen sich ins Fäustchen», sagte Häusermann und verwies darauf, dass zwischen 70 und 80 Prozent der RBL-Fahrgäste nicht aus Lenzburg stammen. Häusermann kritisierte auch die SBB scharf: «Diese wollen nun für zwei Millionen Franken im Bahnhofgebäude Einkaufsmöglichkeiten wie den Migrolino schaffen.» Dies seien «völlig falsche Prioritäten». Häusermann bezeichnete deshalb die SBB als «Lumpenbude», und schloss: «Auch wenn wir Handlungsbedarf sehen, ist die SVP-/BDP-Fraktion hier gespalten».

Abgelehnt wurde das Projekt von Erich Renfer (SVP): «Es gibt keinen Grund, Geld in die Hand zu nehmen.» Der künftige Bushof werde nicht an der heutigen Stelle gebaut. «Die Sicherheitsprobleme bei den SBB-Anlagen sind zudem grösser als am Bushof.» Dieser liege in einer Begegnungszone. «Hier haben Fussgänger Vortritt.»

Erich Renfer und Teile der SVP unterlagen schliesslich in der Abstimmung. Der Einwohnerrat bewilligte das Bushof-Provisorium mit 32 Ja- zu 5 Nein-Stimmen.

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