Beinwil am See

Aus für die Gemeindeverwaltung im Beinwiler «Löwen»

Das Hotel Löwen soll eigentlich zur Gemeindeverwaltung umgebaut werden, doch das Projekt blieb stecken.

Das Hotel Löwen soll eigentlich zur Gemeindeverwaltung umgebaut werden, doch das Projekt blieb stecken.

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende: Die Gemeindeversammlung von Beinwil am See hat den umstrittenen Umbau des Hotel Löwen zur Gemeindeverwaltung gestoppt. Stattdessen soll ein Neubau geplant werden.

Das repräsentative Hotel/Restaurant Löwen im Herzen der Seetaler Gemeinde Beinwil am See soll nicht zur Gemeindeverwaltung umgebaut werden, wie das die Stimmbürger 2012 an der Urne beschlossen hatten. Die Gemeindeversammlung vom Freitagabend hat mit 128 zu 24 Stimmen einen Kredit von 6,1 Millionen Franken für den Umbau abgelehnt und so im Sinne des Gemeinderates entschieden.

Damit haben die Stimmberechtigten einen Schlussstrich unter die jahrelange, zähe Planung gezogen, die 2014 mit dem Abbruch des Architekturwettbewerbs ihren Tiefpunkt erreicht hatte. Die Wettbewerb-Jury war zum Schluss gekommen, dass alle fünf eingereichten Projekte das budgetierte Kostendach von 4,9 Millionen Franken sprengen würden (die Rede ist von 7,7 bis 9,1 Millionen Franken) und sich die Arbeitsabläufe der Gemeindeverwaltung im «Löwen» gegenüber der heutigen Situation im Alten Schulhaus (zu wenig Platz) kaum verbessern würde.

Der Abbruch des Architekturwettbewerbs hat für die Gemeinde zudem ein juristisches Nachspiel: Zwei Architekturbüros akzeptieren den Entscheid nicht und fordern Schadenersatz. Der Fall liegt nun beim Verwaltungsgericht.

Ein Neubau auf der grünen Wiese

Statt im «Löwen» soll die Gemeindeverwaltung nun als Neubau auf dem Areal der heutigen Feuerwehr zu stehen kommen. Für diese Variante hatte sich der Gemeinderat vor und während der Sommergmeind stark gemacht. Die Versammlung folgte dem Rat und genehmigte mit 120 zu 11 Stimmen einen Kredit von 120'000 Franken für einen Ideenwettbewerb.

Für den Neubau auf der grünen Wiese rechnet der Gemeinderat mit Kosten von voraussichtlich etwa fünf Millionen Franken.

Wie weiter mit dem «Löwen»?

Damit ist wieder offen, was mit dem «Löwen» passiert, der seit Jahren teilweise leersteht und der Gemeinde hohe Unterhaltskosten verursacht. Der Gemeinderat möchte diesen für das Dorf nutzen (Bibliothek, Spitex, etc.) und beantragte der Gemeindeversammlung einen Kredit von 150'000 Franken für eine Zustandsanalyse und ein Nutzungskonzept. Die Versammlung sagte mit 70 zu 59 Stimmen Ja dazu; wenn auch vereinzelt mit einem Murren. Man habe beim «Löwen» schon viel zu viel Geld für Studien und Analysen ausgegeben, wurde kritisiert.

Auch alle anderen Geschäfte (u.a. die Erneuerung der Strassenbeleuchtung und Sanierung der Hombergstrasse) wurden angenommen. 

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