Lenzburg

Baustopp: Lenzburger Überbauung steht am falschen Ort

Auf der Baustelle der Überbauung Westside wird nicht gearbeitet.

Auf der Baustelle der Überbauung Westside wird nicht gearbeitet.

Baupfusch: Mehr als einen Meter steht die Überbauung Westside mit zwölf Eigentumswohnungen und einer Tiefgarage an der Lenzburger Zeughausstrasse neben der vorgesehenen Position. Die Abweichung führte zum Baustopp.

Mehr als einen Meter steht die Überbauung Westside mit zwölf Eigentumswohnungen und einer Tiefgarage an der Lenzburger Zeughausstrasse neben der vorgesehenen Position.

Die Abweichung zum in der Baubewilligung vom letzten November definierten Standort führte zu einem freiwilligen Baustopp. Die Bauherrschaft wollte Zeit gewinnen, um den Einmessfehler zu korrigieren.

Dabei geht es angesichts des Baufortschritts – erste Wände im Erdgeschoss sind bereits betoniert – wohl nicht darum, bestehende Bauelemente abzureissen, sondern die effektive Position juristisch mit nachträglichen Dienstbarkeitsverträgen abzusichern.

Wenn man bei den Beteiligten nachfragt, stösst man überall auf Zurückhaltung, spürt man nahezu peinliche Berührtheit.

«Divergierende Plangrundlagen»

Für Architekt Urs Müller (Wohlen) wurde das Objekt «vom Geometer falsch eingemessen».

Jetzt gehe es darum, die Situation mit allen Beteiligten, dazu gehören die Stadt Lenzburg als Bewilligungsbehörde und die Nachbarn, zu bereinigen.

Die Tatsache, dass im Moment keine Arbeiter auf der Baustelle anzutreffen sind, geschah nicht etwa auf Anweisung, sondern freiwillig.

Müller: «Wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Um diesen Fehler zu korrigieren, sagten wir uns selbst: ‹Halt, Stopp!›.»

Etwas anders sieht es der zuständige Geometer Oliver Flury. Er spricht gegenüber der Aargauer Zeitung von «divergierenden Plangrundlagen».

Es habe Diskrepanzen zwischen den eingereichten Plänen und jenen der Schnurgerüstkontrolle gegeben.

Zurückhaltend gibt man sich bei der Stadt Lenzburg. Seit der Bewilligungserteilung gab es keinen Schriftverkehr mehr; man habe etwas gehört von einer «einvernehmlichen Lösung». Diese wird offensichtlich mit betroffenen Nachbarn gesucht, die jedoch keine Auskunft geben wollen.

Gemäss Fabian Rüegger von der Bauherrin Zeughaus Immobilien AG hat am letzten Freitag eine Besprechung stattgefunden, bei der es auch um Gewährung geringerer Grenzabstände ging.

Das Ergebnis wird noch in Verträgen festgehalten. Ist juristisch alles in Ordnung, geht es mit dem Bau weiter. Rüegger: «Zeitlich gibt es kein Problem, wir stehen nicht unter Druck.»

Gemäss Architekt Müller werden die Arbeiten schon nächste oder spätestens übernächste Woche wieder aufgenommen.

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