Lenzburg

Bedarf, den Altstadtschutz zu verbessern, ist unbestritten

In Lenzburg genehmigten die Stimmbürger das Budget 2016 mit einem Steuerfuss von 108 Prozent deutlich.

In Lenzburg genehmigten die Stimmbürger das Budget 2016 mit einem Steuerfuss von 108 Prozent deutlich.

Martin Killias (SP) strebt einen besseren Schutz der Altstadthäuser an. Am Donnerstagabend hat der Einwohnerrat nun seine Motion behandelt.

Die heutige gültigen Vorschriften für Bauten in der Altstadt und ihrer unmittelbaren Umgebung lassen es zu, dass historische Gebäude bei einer Sanierung ausgekernt und bis auf die Grundmauern ausgehöhlt werden. Mit einer Motion verlangte Einwohnerrat Martin Killias eine Verschärfung der städtischen Bauordnung zum besseren Schutz der verbleibenden historischen Bausubstanz in der Altstadt (az 29. 11.).

Seinem Appell, der Vernichtung historischer Fussabdrücke Einhalt zu gebieten, wurde quer durch die Parteien viel Sympathie entgegengebracht. «Es besteht eine grosse Verantwortung gegenüber dem baukulturellen Erbe der Stadt», bestätigte Stefan Zantop (Grüne), «der Bedarf, die bestehenden baulichen Vorschriften zu verschärfen, ist da.» Im Hinblick auf die angelaufene Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) komme die Motion jedoch zur Unzeit. Dieser Meinung schlossen sich die übrigen Fraktionssprecher an. Hingegen konnte sich FDP-Sprecher Hans-Peter Moser, gleichzeitig auch Mitglied der Stadtbildkommission, unter Hinweis auf eine im letzten Herbst in der Rathausgasse erteilte Baubewilligung die Bemerkung nicht verkneifen, dass Baugesuche von Objekten, die auch unter den heutigen Bestimmungen schutzwürdig seien, manchmal etwas gar vorschnell durchgewunken würden. Fürsprache erhielt Killias von CVP-Einwohnerrätin Marianne Tribaldos («Eine Altstadt ist identitätsstiftend.») und von Alt-Stadtschreiber Christoph Moser («Eine Altstadt bleibt nur schön, wenn man sie pflegt.») Moser war zuvor für seine langjährigen Verdienste zugunsten der Stadt geehrt worden.

Am Schluss wurde die Überweisung von Killias’ Motion für einen verbesserten Schutz der Altstadt vom Einwohnerrat mit 23 Nein, bei 8 Ja und ebenso vielen Enthaltungen abgelehnt.

Knapp, mit 20 zu 16 Stimmen wurden Trottoir, Zebrastreifen und Bushaltestelle im Bereich Fünflindenstrasse angenommen. Auf Ende Jahr treten Helene Wüst (SVP), Susanne Haeder (SP) und Manuela Enzler (GLP) aus dem Rat zurück. Haeder wird in der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission durch Remo Keller ersetzt, der 39 von 39 Stimmen erreichte.

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