Seit bald drei Jahren hat Boniswil keinen öffentlichen Begegnungsplatz mehr. Im Sommer 2016 schloss das Restaurant Seeblick und damit auch der dazugehörige Spielplatz. Das soll sich aber bald ändern: Das Baugesuch für den Spiel- und Begegnungsplatz auf dem Schulgelände liegt jetzt auf. 

Zur Erinnerung: 2017 wollte der Verein Zukunft Boniswil unterhalb des früheren Ausflugsrestaurants Seeblick einen Platz mit Bäumen, Sträuchern, Steinen, Sitzbänken, Picknickplatz und spielerischen Elementen für Kinder bauen. Doch das kantonale Baudepartement lehnte das Gesuch um einen Vorentscheid ab. Der Grund: Der Begegnungsplatz liegt innerhalb der Schutzzone des Hallwilerseeschutzdekrets, Anlagen und Bauten dieser Art sind dort laut Kanton nicht zulässig.

Ein Jahr später nahm die IG Begegnungsplatz einen neuen Anlauf. Die Interessengemeinschaft setzt sich zusammen aus Mitgliedern des Vereins Zukunft Boniswil und anderen engagierten Eltern aus dem Dorf. Der neue Vorschlag: ein Begegnungsplatz für Vorschulkinder, Schüler, Teenager, Eltern und Vereine auf dem Kiesplatz zwischen Turnhalle und Schulhaus. Geplant sind ein Sandkasten, ein Wasseranschluss mit Drehpumpe und Sickerbecken, ein Balancierpfad, eine Vogelnestschaukel, eine Rutschbahn, ein Picknickplatz mit Grill, ein Pingpong-Tisch und ein Rasen-Volleyballfeld. Das Highlight ist der Kletterturm mit der sechs Meter langen Hängebrücke über die angrenzende Tartanbahn. Am 27. November sagte die Boniswiler Stimmbevölkerung nach langer Diskussion Ja zum Begegnungsplatz. 

Jetzt muss es schnell gehen

Trotz kritischen Stimmen an der Wintergmeind erwartet der zuständige Gemeinderat Rainer Sommerhalder keine Einsprachen. «Die Kritiker sagten nach der Versammlung, sie hätten es geschätzt, dass der Gemeinderat ihre Bedenken ernst genommen habe», sagt er. Einige hätten sogar angeboten, das Projekt ehrenamtlich zu unterstützen.

Bis zum Jugendfest Ende Juni soll der Begegnungsplatz fertig sein. «Der Zeitplan ist ambitioniert», sagt Sommerhalder. Die fünfköpfige Arbeitsgruppe, bestehend aus Sommerhalder, den beiden IG-Mitgliedern Stefanie Beeler und Kurt Lüscher, Helen Wieser als Vertreterin der Lehrerschaft und Bauamts-Leiter Daniel Hunziker, tagte deshalb bereits Ende Dezember ein erstes Mal. Offerten von Spielplatz- und Gartenbauern wurden einverlangt. Mitte Februar entscheidet der Gemeinderat, wer den Zuschlag erhält.

An der nächsten Sitzung widmet sich die Arbeitsgruppe den Themen Benützungsreglement, Offerten und WC. Geplant ist eine Tafel mit Piktogrammen, welche die Regeln erklärt und auf die Benützungszeiten hinweist. Ob eine Toilette von Anfang an vorhanden sein wird, ist noch unklar. «Falls es zu Beginn noch kein WC gibt, das Bedürfnis aber besteht, wollen wir auf jeden Fall eine Lösung in der Schublade bereit haben», so Sommerhalder.

Die Kreditsumme für das Projekt beträgt 120'000 Franken. Sommerhalder rechnet damit, dass die Kosten tiefer ausfallen werden. Ziel sei es, knapp unter 100'000 Franken zu liegen. «Wir warten jetzt noch die Offerten ab. Aus diesem Grund konnten wir die Beitragsgesuche Swisslos Sportfonds noch nicht einreichen.» Zugesichert ist auch, dass sich verschiedene Unternehmen und Private an diversen Spielgeräten oder an den Sitzbänken finanziell beteiligen.