Lenzburg

Bescheidene Baum-Aktion: Die Betonwüste «Im Lenz» erhält mobile Farbtupfer

Stadtrat Martin Stücheli, Christian Brenner, Leiter Tiefbauamt, und Peter Ulmann, Werkhof, (v.r.) mit einem Baumcontainer.

Stadtrat Martin Stücheli, Christian Brenner, Leiter Tiefbauamt, und Peter Ulmann, Werkhof, (v.r.) mit einem Baumcontainer.

An verschiedenen Orten in Lenzburg werden 23 Bäume gepflanzt, vier davon auf dem Markus-Roth-Platz. Die noch jungen Gewächse werden die Erwartungen der Bevölkerung wohl kaum erfüllen.

Die Kommentare könnten böser nicht sein: «Diese Öde ist unmenschlich und eine Zumutung für die Anwohner», hiess es in einem Leserbrief über den Markus-Roth-Platz im urbanen Quartier «Im Lenz». Auch in der Lenzburger Bevölkerung findet sich kaum jemand, bei dem der Begegnungsplatz einen positiven Eindruck hinterlässt.

Wenig Anerkennung für den zentralen Platz im ehemaligen Hero-Areal gab es auch von Grüne-Nationalrätin Irène Kälin, einer ehemaligen Quartierbewohnerin: «Der Markus-Roth-Platz gleicht einer Betonwüste inmitten der grauen Gebäude mit einem sich kaum begrünenden, aber genialen Kunstbrunnen, welcher der Tristheit dieses Platzes Nachhall verschafft. Als die letzten Bagger vom Markus-Roth-Platz fuhren, fuhren die letzten Farbtupfer davon», sagte sie vor einem Jahr dieser Zeitung.

Der Stadtrat hat auf die Kritik reagiert und versprochen, man werde etwas unternehmen. Nun ist es so weit: Jetzt wird der Markus-Roth-Platz begrünt. Vier Feldahornbäume, eingepflanzt in Metallcontainer, stehen beim Werkhof bereit. In der kommenden Woche sollen die vier grossen Kübel an ihren neuen Standort auf dem Markus-Roth-Platz transportiert werden. Im riesigen Gefäss machen die Bäumchen derzeit noch einen etwas kümmerlichen Eindruck.

Bescheidene Aktion erfüllt Erwartungen kaum

Die Baumpflanz-Aktion mutet etwas gar bescheiden an. Ein einfacher Farbtupfer in die Betonwüste des Markus-Roth-Platzes. Die vier mobilen Container werden die Erwartungen der Öffentlichkeit an eine Aufwertung des Platzes kaum erfüllen.

Bei der Stadt Lenzburg hat man durchaus Gründe, weshalb diese Art von Begrünung gewählt wurde. Dass die Wahl auf mobile Behälter fiel und nicht Bäume direkt in den Boden eingepflanzt werden, erklärt Christian Brenner, Leiter der Abteilung Tiefbau & Verkehr der Stadt Lenzburg, auf Anfrage so: «Würden die Bäume auf dem Markus-Roth-Platz direkt in den Boden eingepflanzt, müssten wir die Betonplatten aufbrechen. Dies wäre ein recht grosser Aufwand.»

Zusätzlich erschwerend sei, dass unter dem Platz einige Werkleitungen eingebaut seien, die, je nach Standort, im Weg sein könnten. Ausserdem hofft man in Lenzburg, dass sich auf dem Platz die Aktivitäten der Quartierbewohner weiterentwickeln werden. Deshalb sei es zum jetzigen Zeitpunkt schwierig abzuschätzen, ob die Bäume dann tatsächlich am richtigen Standort wären, wenn sie in den Boden gepflanzt würden. Diese Einschätzung kann sich unter Umständen in Zukunft ändern, sagt Brenner.

Sollte sich nämlich im Laufe der Zeit ergeben, dass es bestimmte Standorte gibt, an welchen die Bäume permanent bleiben könnten, so besteht laut Christian Brenner «die Möglichkeit, dass wir sie definitiv pflanzen». Auch für Brenner ist klar, dass der Begegnungsort im Lenz nach der Baumpflanzaktion weiterhin ein «recht urbaner Platz bleiben und zu reden geben wird».

Klimaresistente Baumsorten gewählt

An sieben weiteren Orten in der Stadt werden insgesamt 19 Bäume gepflanzt: An der Hammermattstrasse, bei den Parkplätzen Turnerweg, Seifi und Burghalde, an der Bahnhofstrasse, der Hammermattstrasse und dem Mühlemattweg sowie im Widmipark will Lenzburg grüner werden. Mit Roter Kastanie, Hopfenbuche, Zerreiche, Silberlinde und Feldahorn habe man dem Klimawechsel Rechnung getragen und südeuropäische Baumsorten gewählt, erklärt Brenner.

Beim Parkplatz Burghalde müssen drei schadhafte Akazien gefällt werden. An deren Stelle werden drei Hopfenbuchen gepflanzt. Es sei erklärtes Ziel, jeden Baum, der gefällt werden müsse, zu ersetzen, so Christian Brenner. In diesem Jahr wurde das Ziel sogar übertroffen. «Wir haben in der Stadt Lenzburg mehr Bäume gepflanzt als gefällt wurden.»

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