Materielle Hilfe

Besser dank externen Arbeitscoaches: Wie Staufen 130'000 Franken Sozialhilfe sparte

Helene Hartmann berät 13 Aargauer Gemeinden.

Helene Hartmann berät 13 Aargauer Gemeinden.

Dank externen Arbeitscoaches konnte die Gemeinde Staufen bereits 130'000 Franken an Sozialhilfe einsparen. Ziel sei es, Bezüger wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

«Die Ausgaben bei der materiellen Hilfe konnten dank eines externen Dienstleisters im Bereich Arbeitsintegration und Coaching um 130'000 Franken gesenkt werden», heisst es im Staufner Rechnungsabschluss 2019. Staufen ist eine von 13 Gemeinden im Kanton Aargau, die mit Helene Hartmann und ihrem Team zusammenarbeiten. Für Staufen ist Hartmann seit April 2019 tätig und unterstützt Personen, die ausgesteuert wurden und Sozialhilfe beziehen. Ziel ist es, die Bezüger wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Oft passiert dies über bezahlte Praktika, welche die Klienten mit Hartmanns Unterstützung finden. «So haben unsere Klienten die Chance, sich wieder in der Arbeitswelt zu beweisen», sagt Hartmann. Auf die Praktika würden dann oft Festanstellungen in der jeweiligen Firma folgen. Einmal in der Woche sind die Arbeitscoaches in den jeweiligen Gemeinden und sprechen sich mit den Verantwortlichen und ihren Klienten ab.

In Staufen werden derzeit vier Klienten betreut. Einer davon jedoch voraussichtlich nicht mehr lange. «Die Person arbeitet jetzt wieder. Wir betreuen unsere Klienten bis zum Ende der Probezeit ihres neuen Jobs», so Hartmann. Von den restlichen Personen sind zwei in einem bezahlten Praktikum, eine davon möchte ab August eine Ausbildung beginnen. 44 Prozent ihrer Klienten kann Hartmann an ein Praktikum, eine Lehrstelle oder eine Festanstellung vermitteln. «Unsere Klienten haben es verdient, unterstützt und betreut zu werden», sagt Hartmann.

Dabei gebe es auch immer wieder schöne Erfolgsgeschichten. In Staufen erinnert sie sich an einen jungen ausgesteuerten Erwachsenen, der die Möglichkeit hatte, zuerst in einem Praktikum und jetzt in einer Teilzeitstelle nun nebenbei noch Informatik studiert. Oder eine Frau, die ihre ursprüngliche Stelle bei einer Krankenkasse verloren hatte, keine neue Anstellung fand und so ausgesteuert wurde. Sie hat jetzt eine Stelle bei einer Optikerkette. «Es kommt öfter vor, dass unsere Klienten in einer anderen Branche einen Job finden als in ihrer ursprünglichen», so der Coach.

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