Seetal

Bezirksschul-Schliessung: Entscheidet nun der Kanton, weil die Gemeinden sich streiten?

Welcher der Bez-Standorte bleibt?

Welcher der Bez-Standorte bleibt?

Der Schlussbericht der Arbeitsgruppe sieht «keine eindeutige Vorzugsvariante». Die Gemeinden lassen voraussichtlich den Kanton entscheiden, wessen Bez geschlossen werden muss.

Fahrwangen, Seengen und Seon sind die Seetaler Bezirksschul-Standorte. Mindestens einer ist zu viel. Sagt der Kanton. Er will, dass ab 2022 an jeder Bez mindestens 6 Abteilungen, also zwei Klassen pro Jahrgang, unterrichtet werden.

Nun zeichnet sich ab, dass sich die Seetaler Gemeinden nicht darauf einigen können, wer über die Klinge springen muss. Ende Jahr wird man den Kanton bitten, ein Machtwort zu sprechen.

Grosse Arbeitsgruppe

Bis 2019 gaben die kantonalen Stellen den Behörden im Seetal Zeit, um selbst zu bestimmen, auf welchen Standort verzichtet werden soll; ansonsten werde die Regierung entscheiden.

Dieses Diktat aus «Aarau» wollte man eigentlich verhindern und setzte eine Arbeitsgruppe ein, in der ein einhelliger Vorschlag erarbeitet werden sollte.

In dieser Kommission sind nicht nur die Bezirksschulstandorte mit Vertretern aus Politik und Schule, sondern auch alle «Zuliefer»-Gemeinden vertreten, die Kinder in die drei Bezirksschulen entsenden.

Rund zwei Dutzend Personen waren teilweise an den Gesamtsitzungen vertreten. Die Effizienz litt darunter. Deshalb wurde eine Unterarbeitsgruppe gebildet und das auf solche Fragen spezialisierte Beratungsbüro «Rat und Text GmbH» aus Luzern zugezogen.

«Mit den externen Beratern wurden die Standorte vertieft angeschaut und zwar alle Aspekte wie Kosten/Schulgeld, Schulraum und Schulwege», so der Seenger Gemeindeammann Jörg Bruder, der die Arbeitsgruppe präsidiert.

Die gesammelten Daten flossen in einen Bericht ein, der Ende Mai der Gesamtarbeitsgruppe präsentiert wurde.

Alle drei Varianten denkbar

Von ursprünglich vier Varianten legte man die Konzentration auf einen einzigen Bez-Standort schnell beiseite und beurteilte die drei Möglichkeiten mit dem Wegfall von je einem Standort. Und hier kam man zum Schluss, dass alle Varianten denkbar sind: Überall reicht der Schulraum und bei den Schulwegen gibt es keine entscheidenden Vor- oder Nachteile. «Es gibt keine eindeutige Vorzugsvariante», fasst Bruder das Ergebnis des Berichts zusammen.

Der Arbeitsgruppenpräsident findet nun «die Zeit für die Entscheidung reif». Gleicher Meinung sind Jörg Bruders Amtskollegen der andern Standortgemeinden: «Alle Fakten liegen nun auf dem Tisch, es braucht keine weiteren Abklärungen mehr», sagt der Fahrwanger Gemeindeammann Patrick Fischer.

An der letzten Ausschuss-Sitzung wurde nun das weitere Vorgehen bestimmt. Der Abschlussbericht soll in den Gesamt-Gemeinderäten der drei Standortgemeinden nochmals besprochen werden.

Bis Ende Oktober wird darauf der Entscheid aus Fahrwangen, Seengen und Seon erwartet. Wenn es zu keiner Einigung kommt und alle auf ihrem Standort beharren, was zu erwarten ist, wird die nächste Sitzung der Arbeitsgruppe am 16. November beschliessen, in einem Brief nach Aarau die Regierung bitten, die Entscheidung zu treffen.

Der Seoner Gemeindeammann Heinz Bürki weist darauf hin, dass in diesem Fall den Behörden vor Ort auch kein Mitspracherecht über die Standorte der andern Oberstufenzüge (Sek und Real) eingeräumt würde: «Als logische Konsequenz müsste man damit rechnen, dass nicht alle Oberstufenschüler einer Gemeinde am gleichen Ort zur Schule gehen werden.»

Dies wäre vor allem für kleinere Gemeinden wie Hallwil mit seinem lebendigem Brauchtum von grossem Nachteil. «Unsere Mittwinter-Bräuche wären damit massiv gefährdet», ist aus Hallwil zu hören.

Daten auf dem Tisch

War die Suche nach einer selbstständigen Lösung mit einem beträchtlichen Aufwand also nur ein Hornberger Schiessen? Die Ammänner der Bez-Standorte widersprechen.

«Wichtig ist, dass wir nun nüchtern alle Daten und Grundlagen auf dem Tisch haben. Die dienen dann auch dem Regierungsrat als Entscheidungsgrundlage», sagt Patrick Fischer.

Autor

Fritz Thut

Fritz Thut

Meistgesehen

Artboard 1