Boniswil
Boniswiler wollen mit einer Initiative die Bau- und Nutzungsordnung ändern

Der Auslöser für die Aktion war das grosse geplante Wohnbauprojekt im Dorfteil Alliswil, gegen das die Anwohner Sturm laufen.

Anja Suter
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Reichten die Initiative ein: (v.l) Josef Högger, Stefanie Beeler, Christof Sidler, Laurens Jansz

Reichten die Initiative ein: (v.l) Josef Högger, Stefanie Beeler, Christof Sidler, Laurens Jansz

Anja Suter

Wie heikel das Thema ist, zeigt sich darin, dass Gemeindeammann Gérald Strub gestern bei der Übergabe der Unterschriftenbögen weder zusammen mit den Initianten fotografiert noch im Artikel zitiert werden wollte. 221 Unterschriften reichte das Initiativ-Komitee für eine Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) ein. Benötigt werden 10 Prozent der Stimmberechtigten, also leicht über 100 Unterschriften: Bei den eidgenössischen Abstimmungen vom 7. März hatte Boniswil 1086 Stimmberechtigte.

Auslöser für die Initiative ist das geplante Wohnbauprojekt in Alliswil, das momentan zum zweiten Mal und in überarbeiteter Version bei der Gemeindekanzlei aufliegt (AZ vom 19.3.). Anstelle des ursprünglich vorgesehenen Baukörpers mit einer Länge von fast 100 Metern sind jetzt zwei Gebäude geplant, die 33 respektive 48 Meter lang sind.

Zufriedenstellen konnte das die Initianten nicht: «Der Bau ist immer noch viel zu voluminös und auch zu lang», so Christof Sidler. Das Bauprojekt sei nur der Auslöser gewesen, man wolle sich nicht darauf fokussieren, so Stefanie Beeler. Coronabedingt hat das Initiativ-Komitee darauf verzichtet, für die Unterschriften von Tür zu Tür zu gehen. «Wir haben die Schreiben mit den Unterschriftsbögen am 11. März verteilt und sie am 22. März wieder eingesammelt», sagt sie.

Ausblick auf einen der geplanten Baukörper in Alliswil.

Ausblick auf einen der geplanten Baukörper in Alliswil.

zvg
Der zweite Baukörper, der im Dorfgebiet entstehen soll.

Der zweite Baukörper, der im Dorfgebiet entstehen soll.

zvg

«Viele Unterschriften kamen im Oberdorf und im Unterdorf zusammen, es beschränkte sich nicht nur auf Alliswil», so Laurens Jansz. Mit der Teilrevision der BNO wollen die Initianten unter anderem erreichen, dass im landschaftlich empfindlichen Bereich des Perimetes BLN (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung) Gebäudelängen auf 25 Meter beschränkt werden und keine Arealüberbauungen gestattet sind.

An Terrassenhäuser sollen bezüglich Architektur, Integration in die Umgebung, Umgebungsgestaltung und Wohnhygiene erhöhte Anforderungen gestellt werden. Verbessert werden soll zudem der Schutz des Orts- und Landschaftsbildes. Ausserdem soll für das Dorfgebiet Alliswil innerhalb des BLN-Perimeters eine Planungszone erlassen werden, während die BNO-Teilrevision vorbereitet wird. Die Inhalte des Initiativbegehren seien mit dem Landschaftsschutzverband Hallwilersee LSVH abgesprochen, schreiben die Initianten.

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