Othmarsingen

Centravo wird erneut zur Kasse gebeten – es geht um 320'000 Franken

Centravo-Areal (links) mit dem Gasthof Pflug.

Centravo-Areal (links) mit dem Gasthof Pflug.

Trotz Betriebsaufgabe in Othmarsingen muss Fleischverarbeiter neuer Hygienevorschriften wegen nochmals investieren.

Anstelle der früheren Grossmetzgerei Marti entsteht das neue Dorfquartier «In den Matten». Auf dem rund 2,5 Hektaren grossen Grundstück sollen neun Wohn- und Geschäftshäuser entstehen mit total 162 Miet- und Eigentumswohnungen.

Das Bauprojekt war 2018 ohne Einwendungen genehmigt worden. Im Frühling stellte die Bauherrin Eiffage Suisse AG den Start der Rückbauarbeiten der bestehenden Liegenschaften für Ende Jahr in Aussicht. Wann das genau der Fall sein soll, lässt die Eiffage Suisse AG offen. Ebenso die Anfrage nach möglichen Investoren.

«Zurzeit warten wir noch auf die Bewilligung des zweiten Gestaltungsplans», heisst es aus der Abteilung Projektentwicklung auf Anfrage. Und weiter: «Zudem prüfen wir aktuell verschiedene Optionen, über die wir zu gegebener Zeit gerne weiter informieren.»

Schlachtprodukte werden zu Tierfutter verarbeitet

Das Baugesuch, das bis Mitte Januar auf der Gemeindeverwaltung Othmarsingen aufliegt, trägt als Gesuchsteller die Centravo AG, Othmarsingen, welche auf dem Areal mitten im Dorf noch immer eine Betriebstätigkeit aufrechterhält und dort Schlachtprodukte zu Rohstoffen für Tierfutter (Petfood) für den Export verarbeitet.

Obwohl die Betriebsdauer zeitlich absehbar ist, weil die Gebäude der künftigen Überbauung «In den Matten» weichen müssen und abgerissen werden, muss die Centravo AG nun nochmals investieren. Laut Baugesuch beläuft sich der Betrag auf rund 320'000 Franken, und zwar für eine temporäre Überdachung des Umschlagplatzes, bei dem die Schlachtprodukte angeliefert werden.

Neue Richtlinien des Veterinärdiensts

Als Grund für die bauliche Massnahme gibt die Centravo-Gruppe neue Richtlinien des Veterinärdiensts Aargau an, welche das Unternehmen nun zu kurzfristigem Handeln zwinge. «Eine Anordnung des Veterinäramts des Kantons Aargau schreibt, diesen zusätzlichen Ausbau zwingend vor als vorbeugende hygienische Sicherheitsmassnahme (Infektionsschutz)», heisst es in einer Mitteilung.

Worum es sich bei den Vorschriften konkret handelt und was mit den geplanten baulichen Massnahmen erreicht werden soll, erklärt Georg O. Herriger, Kommunikationsbeauftragter der Centravo-Gruppe so: «Mit den vorbeugenden hygienischen Sicherheitsmassnahmen soll verhindert werden, dass Nagetiere und Vögel eindringen und Waren verschleppen könnten.»

Fünf Tore ermöglichen rasche Zu- und Wegfahrt

Die Fläche, welche überdacht werden soll, ist rund 1400 Quadratmeter gross. Die temporäre Konstruktion bestehe aus einem Stahlgerüst mit Dach aus Metallblechen und werde seitlich mit beissfesten Kunststoffnetzen versehen, heisst es in der Information.

Die Höhe der Gerüste sollen die bestehenden Lärmschutzwände nicht übersteigen. Um lange Wartezeiten zu vermeiden und den anliefernden Lastwagen rasche Zu- und Abfahrten zu ermöglichen, werden fünf Schnelllauftore montiert.

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