Im Innenhof des Wasserschlosses Hallwyl soll wieder unter freiem Himmel Theater gespielt werden. Eine Interessensgemeinschaft hat am Dienstagabend vor Ort in Seengen den Verein «Freilichttheater Seetal» gegründet. In drei Jahren, im Juni 2022, soll sich der Vorhang zur ersten von rund 14 Aufführungen heben. «Wir wollen den Schlosshof in seiner ganzen Herrlichkeit bespielen», sagt Andi Fey.

Der Seenger ist treibende Kraft hinter dem Theaterprojekt. Er präsidiert das Organisationskomitee. Gemeinsam mit einer Gruppe Gleichgesinnter hat Fey Ernst gemacht mit der ursprünglichen Bieridee. «Bei einem gemeinsamen Glas Bier fand Andi Fey, dass das Schloss Hallwyl wieder bespielt werden müsste», sagt Jürgen Sahli anlässlich der Vereinsgründung.

Der ehemalige Radiomann von Radio Argovia ist im achtköpfigen Organisationskomitee für die Medienarbeit zuständig. Das OK freut sich, dass das Freilichttheater-Comeback im Schlosshof sowohl bei Museum Aargau wie auch bei der Gemeinde Seengen auf offene Ohren gestossen ist.

Schloss Hallwyl war 1996 letztmals Bühne einer Theateraufführung. Damals inszenierte der Aarauer Theaterregisseur Peter Voellmy das Stück «De Ring vo Hallwyl». Die Aufführungen seien ein Riesenerfolg gewesen, es habe sogar Zusatzvorstellungen gegeben, erinnert Voellmy sich. Auch er liess sich begeistern und wird dem Organisationskomitee beratend zur Seite stehen.

Laienschauspieler aus der Region auf der Bühne

Noch ist unklar, mit welchem Stück der Verein in drei Jahren starten wird. Klar ist einzig dies: «Das Stück soll regional verankert sein und von Laienschauspielerinnen und Laienschauspielern aus der weiteren Region gestaltet werden», sagt Fey. Und Peter Voellmy hält fest, in der Region habe es viele ambitionierte, starke Theatervereine.

Dazu zählt sicher das Freilichttheater Staufberg. Von dort bringen mit Andi Fey und Andrea Barth gleich zwei «Seetal»-OK-Mitglieder Theatererfahrung mit. Ebenfalls noch nicht festgelegt ist, wer die Aufführung inszenieren wird. Man sei mit einem international renommierten Regisseur im Gespräch. «Es sieht gut aus», freut sich der OK-Präsident.

Für die Organisatoren um Andi Fey ist das Projekt eine Herzensangelegenheit. Das OK arbeite ehrenamtlich, sagt der Präsident. Das Budget von rund 300 000 Franken soll über Sponsoring und die Eintrittsgelder finanziert werden. Jedoch will man Letztere mit 40 bis 45 Franken moderat ansetzen, um möglichst vielen Theaterbegeisterten den Besuch einer Vorführung zu ermöglichen.