Lenzburg

Das Volk will diese Strasse nicht

Visualisierung des Bahnhofstrassen-Projekts

Visualisierung des Bahnhofstrassen-Projekts

Die Lenzburgerinnen und Lenzburger sagen an der Urne deutlich Nein zur Sanierung und Umgestaltung der Bahnhofstrasse für 2,2 Mio. Franken.

Mitte-Links triumphiert: «Das ist ein deutliches erfreuliches Verdikt», sagte SP-Parteipräsident Thomas Schaer am Sonntag kurz nach Bekanntgabe der Ergebnisse. Mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 59,4 Prozent hat der Lenzburger Souverän den 2,2-Millionen-Franken Kredit für die Sanierung und Umgestaltung der Bahnhofstrasse deutlich bachab geschickt: mit 2210 Nein- gegenüber 1510 Ja-Stimmen.

Während SP, CVP, GLP und Grüne, die das Projekt im Vorfeld gemeinsam aktiv bekämpft hatten, den Champagner kühl stellten, gab man sich im Rathaus etwas ernüchtert. Obwohl für Stadtammann Daniel Mosimann das Resultat nicht unerwartet ausfiel, war er von dessen Deutlichkeit doch etwas überrascht. «Persönlich hatte ich einen engeren Ausgang der Abstimmung erwartet», sagte er. Mit der hohen Stimmbeteiligung von 57,3 Prozent habe die Lenzburger Stimmbevölkerung ihr Interesse am Geschäft kundgetan.

Aus dem Resultat entnehme der Stadtrat jedoch, dass man mit der Vorlage nicht zufrieden gewesen sei. Welche Faktoren dem Projekt, wie es vorgelegt wurde, den Gnadenstoss gegeben haben, ist dem Stadtrat noch nicht klar.

Gegner der Vorlage legten sich mehr ins Zeug

Mosimann spricht von multifaktoriellen Gründen, die zum Ergebnis geführt haben. «Es kann sowohl die zu wenig klare Situation für die Velofahrer sein wie auch der vorgesehene Wegfall der Bushaltestelle. Möglich ist auch, dass der angepasste Strassenbelag für den Schwerverkehr den Entscheid beeinflusst hat.» Der Stadtammann hielt zudem fest, dass sich die Gegner der Vorlage viel stärker ins Zeug gelegt hätten als die Befürworter.

Der Stadtrat will nun das Resultat mit der Abteilung Tiefbau und Verkehr eingehend analysieren und neue Überlegungen anstellen, wie sich Lenzburg die neue Bahnhofstrasse vorstellen könnte. Die Sieger der gestrigen Abstimmung fordern vom Stadtrat mehr Mut bei der Ausarbeitung einer neuen Vorlage.

Sie haben bereits Ideen parat. «Zum Beispiel sollte man bei der Bahnhofstrasse ein Einbahnregime prüfen», sagte Thomas Schaer. Er verlangt vom Stadtrat vor allem eine bessere Lösung für die Velofahrer und Fussgänger.

Die grossen Verlierer sind die Bürgerlichen. Sie hatten nach dem äusserst knappen Entscheid in der Juli-Sitzung des Einwohnerrats das obligatorische Referendum gefordert. «Wir werden ein scharfes Auge darauf haben, dass der motorisierte Verkehr nicht total verbannt wird», erklärte SVP- Präsidentin Brigitte Vogel.

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