Seengen

Der «Brestenberg» ist wieder eine Beiz – und erst noch im Trend

Sie bewirten die Gäste mit Hotdogs, Glace und hausgemachtem Eistee: Nadja Studer, Adrian Holliger und Sarah Holliger. (v. l.)

Sie bewirten die Gäste mit Hotdogs, Glace und hausgemachtem Eistee: Nadja Studer, Adrian Holliger und Sarah Holliger. (v. l.)

Beim vor 40 Jahren in Seengen geschlossenen Schlosshotel betreibt das «Burgturm»-Team bis am 4. September das «Seesicht Beizli». Ein Angebot, das bei der Bevölkerung auf Anklang stösst.

Die Idee zum «Seesicht Beizli» sei ihm gekommen, als er im Frühsommer von Seengen nach Meisterschwanden gefahren sei, erklärt Adrian Holliger: «Am See entlang waren alle Parkplätze voll, wahre Blechlawinen, aber Verpflegungsmöglichkeiten am Wasser gab es wenige.» Adrian Holliger, der zusammen mit seiner Partnerin Nadja Studer die Burgturm-Bar in Seengen führt, suchte nach einem geeigneten Platz. Fündig wurde er auf dem Brestenberg-Areal. «Eigentlich ging dann alles ziemlich schnell», sagt der 51-Jährige. Dass das alles so kurzfristig klappen konnte, habe man auch den Verwaltern des «Brestenberg» zu verdanken, so Holliger. «Die Zusammenarbeit mit ihnen ist flexibel und unkompliziert.» Das Brestenberg-Areal untersteht der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, an derer Spitze Bruno Stefanini stand. Nach seinem Tod im Dezember 2018 übernahmen seine Kinder Bettina und Vital die Führung.

Vor rund 40 Jahren schloss das letzte Restaurant

Seit der Schliessung des Schlosshotels und Restaurants «Brestenberg» im Januar 1981 verfiel das Areal in einen Dornröschenschlaf. Auch der kleine Kiosk im alten Blockhaus direkt bei der Seebadi schloss Mitte der Neunzigerjahre seine Türen. Das einsturzgefährdete Blockhaus wurde abgerissen.

Rund zwei Jahrzehnte später können sich die Besucher nun wieder verköstigen lassen. Adrian Holliger, Tochter Sarah und Partnerin Nadja Studer bewirten ihre Gäste aus einem in Eigenregie ausgebautem Anhängerwagen. Beim Angebot setzt das Team vor allem auf regionale Anbieter, nicht zuletzt auch auf den eigenen Hof. «Das Fleisch für die Hotdogs kommt von unseren Freilandschweinen», so Sarah Holliger, «und das Brot beziehen wir von der Bäckerei Hächler», ergänzt Nadja Studer. Neben den Hotdogs bietet das «Seesicht Beizli» unter anderem auch Huus-Eistee, Glace und diverse Kaltgetränke an. Spirituosen gibt es bei der temporären Beiz nicht, dafür Wein: «Natürlich nur vom Brestenberg», sagt Adrian Holliger.

Viele Gäste kommen extra aus dem Dorf

Das «Seesicht-Beizli» ist beliebt: «Die Leute haben extrem Freude, dass es so ein Angebot gibt», sagt Adrian Holliger. Im Vorfeld habe man erwartet, dass vor allem Besucher der Seebadi im Beizli einkehren, sagt Nadja Studer. «Es kommen aber auch sehr viele Seenger zu Fuss oder mit dem Velo hierher.» Auch viele Wanderer seien am Wochenende anzutreffen, wie Studer sagt.

Einziger Wermutstropfen seien die Öffnungszeiten: «Wir haben uns dazu entschieden, um 21 Uhr zu schliessen, dabei aber nicht bedacht, dass die Sonne derzeit kurz nach neun Uhr untergeht und die Gäste damit den Sonnenuntergang verpassen», sagt Nadja Studer.

Am 4. September schliesst das «Seesicht Beizli» vorerst seine Türen. Geht es nach dem Team, soll es aber nicht die letzte Saison gewesen sein: «Wir möchten auch im nächsten Jahr gerne wieder hier sein», sagt Adrian Holliger.

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