Rupperswil
Der Casanova, der kein Casanova sein will

Am Wochenende führt die Theatergemeinschaft Tangram das Stück «Casanovas Schwiegermueter» auf. Auch im neuen Stück der Theatergemeinschaft Tangram geht es ganz schön turbulent zu und her.

Margrit Rüetschi
Drucken
Die Protagonisten der Theatergemeinschaft Tangram bei Proben für «Casanovas Schwiegermueter».

Die Protagonisten der Theatergemeinschaft Tangram bei Proben für «Casanovas Schwiegermueter».

Wie sollte es bei den aufgestellten Protagonisten anders sein? Seit November proben die Spieler für das neue Stück «Casanovas Schwiegermueter», eine Komödie in drei Akten von Sam Harding. Die Handlung wurde von Samuel Becker auf Dialekt übersetzt.

Die Proben gestalteten sich diesmal unter etwas schwierigeren Bedingungen als sonst. Wegen des Umbaus der Mehrzweckhalle, die der Theatergemeinschaft normalerweise als Probe- und Aufführungsort dient, mussten die Laienspieler in die Rupperswiler Sporthalle ausweichen. «Wir mussten einige Einschränkungen auf uns nehmen, dank dem Goodwill der Sportvereine ist aber doch alles gut über die Bühne gegangen», lobt Co-Regisseurin Ursula Rapolani. Als Regisseurin der ersten Stunde zeichnet sie mit der jetzigen Regisseurin Monika Weber für das gute Gelingen des humorvollen Stücks.

Vom Theatervirus angesteckt wurde inzwischen auch Rapolanis Sohn Martin. In der aktuellen Darbietung ist der junge Mann für die Technik verantwortlich. Als zusätzlicher Aufsteller konnte eine weitere, junge Laienspielerin für die Theatergemeinschaft gewonnen werden.

Bühnenbild ideal gewählt

Die Proben laufen auf Hochtouren, Mitte dieser Woche ist Hauptprobe angesagt, dann gilt es ernst. Geübt wird jeweils am Mittwoch und am Donnerstag. Zudem wurde auch ein Probenwochenende eingeschoben. Das sorgfältig gestaltete, gemietete Bühnenbild mit symbolisch dargestelltem Salon und Bibliothek macht doppelt Lust auf die amüsante Handlung.

An der heutigen Probe spielen die Laienspieler in einem Fluss. Monika Weber und Ursula Rapolani schauen aufmerksam zu, erst vor dem letzten Drittel fällt symbolisch der Vorhang, subtil wird Kritik geübt. Im Grossen und Ganzen scheinen die beiden Regisseurinnen zufrieden zu sein. Hier müsse noch etwas gefeilt werden, da der Abgang etwas schneller sein, meinen sie. «Wenn du ‹Himmel› sagst, schaust du auf die Erde», macht Monika Weber eine Spielerin aufmerksam.

Die beiden Koffer stünden zu nahe beieinander, der Jimmy habe ein Problem mit seinem Hut, über dem Spiegel müsse man einen Nagel «inehaue», heisst es. Alles Kinkerlitzchen meint man, und doch sind die Beobachtungen wichtig für ein abgerundetes Spiel.

«Tangram» besteht seit 1993

In dreizehn gelungenen Aufführungen seit dem Jahre 1993 hat die Theatergemeinschaft Tangram wertvolle Erfahrungen gesammelt, der Blick ist geschärft. Nur so ist es zu erklären, dass man im Kuddelmuddel von Leuten, die den Salon von Professor Casanova bevölkern, den Überblick behält. Wer von den agierenden Pärchen war zuvor mit wem verheiratet und wo bahnen sich zarte Liebesbande an?, das ist die Frage.

Viel Turbulenz auf der Bühne

Als roter Faden soll die turbulente Villa von Professor Casanova, der gar kein Casanova sein will, verhökert werden. Mehr als ein Interessent will sich die attraktive Immobilie unter den Nagel reissen. Gelingt der dreiste Coup oder haben die selbst ernannten Häusermakler die Rechnung etwa ohne den Wirt gemacht?

Allzu viel sei noch nicht verraten. Für Spannung sorgen die zusammengeschweissten Mitglieder im modernen Dreiakter aber schon. Bevor sich die Gäste an saftigem Aargauer Braten gütlich tun, werden die Karten auf der Bühne immer wieder neu gemischt. Wie beim fernöstlichen Geduldspiel «Tangram» werden fortlaufend neue Formen ins Spiel gebracht.

Aufführungen Freitag, 25. Februar, 20.15 Uhr. Samstag, 26. Februar, 20.15 Uhr (mit Nachtessen bei Kerzenschein). Sonntag, 27. Februar, 14 Uhr. Reservationen unter 062 897 27 49 (Montag, Dienstag und Freitag, 18.30 bis 1930 Uhr). www.theater-tangram.ch

Aktuelle Nachrichten