Seengen
Der Karton-Mensch lässt sich bis ins Innerste durchleuchten

Die Ausstellung in der alten Schmitte zeigt informative Ausschnitte über ein Jahrhundert Samariterverein Seengen. Die Ausstellung beginnt am Freitag, 21. Oktober und dauert bis Ende Monat.

Margrit Rüetschi
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Yvonne Hofer, Bettina Bruder und Annalies Kaufmann (v.l.) richten die Ausstellung ein. MR

Yvonne Hofer, Bettina Bruder und Annalies Kaufmann (v.l.) richten die Ausstellung ein. MR

Während das Wahlfieber über das Wochenende auf Höchststand steigt, macht der Samariterverein Seengen Pflästerlipolitik. In diesem Jahr kann der Verein seinen hundertsten Geburtstag feiern. Dies ist es den Verantwortlichen wert, eine Ausstellung über den Verein in der «alten Schmitte zu organisieren und weitere Aktivitäten in Angriff zu nehmen. Ein Team von zehn Personen sorgt dafür, dass alles wie «gesalbt» läuft.

Annalies Kaufmann, Bettina Bruder und Yvonne Hofer sind damit beschäftigt, die auf zwei Stöcken zu sehende Ausstellung einzurichten. Es «chribelet» die drei Frauen ein bisschen: «Auf den Tag genau sind es heute 100 Jahre her, seit der Verein gegründet wurde», freut sich Bettina Bruder.

«Knochenheiri» kommt noch

Die für die Präsentation benötigten Requisiten werden aus Kisten und Körben ausgepackt und sorgfältig arrangiert. Nostalgische Anschauungstafeln, ein altes Beatmungsgerät, eine Fülle von Dokumentationsmaterial kommen zum Vorschein. «Ein Knochenheiri», ein Skelett, kommt später dazu,» lachen die Frauen. Dafür hat man einen Karton-Menschen aufgestellt, der sich bis ins Innerste durchleuchten lässt. Er wurde in einem Estrich aufgetrieben und musste für die Ausstellung zurecht gepflegt werden.

Der Aufwand hat sich gelohnt. «Er lässt sich beliebig aufklappen und jedes Organ kann dem Publikum vor Ort erklärt werden,» erklären die Frauen. Ebenfalls als (aufklappbares) Anschauungsmaterial dient ein männlicher Rumpf, dessen Gedärme, Herzklappen und andere Organe, für den Laien fast etwas voyeuristisch, blossgelegt werden.

Kein verstaubter Verein

Vorstandsmitglied Bettina Bruder hätschelt einen Teddybären, dessen Beinchen mit farbigem Verband umwickelt sind. Dies hat seinen Grund. «Es ist für uns wichtig, dass die ganze Familie die Ausstellung besuchen kann», erklärt sie. «Auch die Kinder kommen zum Zug.» So dürfen sie ihre Lieblings-Puppen und Plüschtiere mitbringen und sie nach fachmännischer Anleitung verarzten und gesund pflegen. Dass man damit «en passant» auch dem etwas verstaubten Image der Samariter entgegenwirken möchte, versteht sich von selbst.

GABI, ABCD, Defibrillatoren und anderes Samariter-Vokabular sind neueren Datums. «Zu den Anfangszeiten des Vereins kannte man solche Bezeichnungen nicht», weiss die ehemalige Samariterlehrerin Annalies Kaufmann aus Seengen.»Man tat, was zu tun war, oftmals waren die Samariter im Dorf die ersten Ansprechspersonen bei einer Krankheit oder einem Unfall».

Die Ausstellung beginnt am Freitag, 21. Oktober und dauert bis Ende Monat. Das 100-Jahr- Jubiläum wird am 29. Oktober, 13 bis 17 Uhr, mit einem Rundgang im Alesa-Areal zum Thema «Samariter heute» gefeiert. Das Samariterbeizli im Reformierten Kirchgemeindehaus ist am Samstag, 29. Oktober, 13 bis 19 Uhr geöffnet.

Internet: samariter-seengen.ch

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