Lenzburg
Der Lindwald gibt seine Geheimnisse preis

Die Vierte Etappe des Waldinformationsprojektes der Forstdienste Lenzia erschliesst das Gebiet Lind-Boll.

Heiner Halder
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Das vierte Waldinformationsprojekt wurde gestaltet von Rosmarie Wehrli, Forstdienste Lenzia; Stadtoberförster Frank Haemmerli; Walter Urech, Othmarsingen; Heiner Halder, Lenzburg; Willi Bürgi, Niederlenz; Thomas Burger, Projektleiter. BST

Das vierte Waldinformationsprojekt wurde gestaltet von Rosmarie Wehrli, Forstdienste Lenzia; Stadtoberförster Frank Haemmerli; Walter Urech, Othmarsingen; Heiner Halder, Lenzburg; Willi Bürgi, Niederlenz; Thomas Burger, Projektleiter. BST

Der grosse und der kleine Römerstein kamen auf dem Rücken des Reussgletschers vor rund 20 000 Jahren ins Lind bei Lenzburg. Unsere Ahnen verehrten die Findlinge als Kultstätten der Grossen Göttin, dann sollten sie für Coulissen (Stadtbach-Kanäle) und Trottoirsteine zerhackt werden. Heute ist der Römerstein mit der Waldhütte ein Familien-Tummelplatz. Hier wurde das vierte Waldinformationsprojekt der Forstbetriebe Lenzia (WIP 4) feierlich eröffnet.

«Wir wollen der Bevölkerung Wissen zum Wald mit leicht verständlichen Texten und aussagekräftigen Bildern vermitteln, damit sie zu ihm Sorge tragen, Tiere, Pflanzen und Bäume schonen», umschreibt Stadtoberförster Frank Haemmerli das Ziel der mehrjährigen Aktion. Seit Herbst 2011 sind im Lenzburger Berg bereits über 20 000 Leporellos an den grossen Info-Tafeln bei den Waldeingängen bezogen worden. Bereits in Prospekt und Internet beschrieben sind die Gebiete Berg-Ebnet und Lütisbuech-Eichholz sowie der Länzert. Von der Gesamt-Revierfläche mit 1097 Hektaren sind damit 725 abgedeckt.

Das Lind-Boll ist trotz zahlreicher menschlicher Eingriffe ein schönes Stück Natur geblieben mit mystischen Plätzen, historischen Stätten, Baumreservaten, interessanten Tieren und Pflanzen. Auf der Spurensuche gewinnen Besucher mithilfe der Orientierungstafeln mit Landkarte, der neu platzierten Strassenschilder mit Flurnamen, den 19 markierten Stationen mit Sehenswürdigkeiten und ergänzten Rastplätzen und Feuerstellen geradezu sensationelle Erkenntnisse über das Naherholungsgebiet.

Der Rundgang führt sie zum erst 1964 entdeckten Römertheater und dem Vicus Lenzburg, zum Hallstattgrab aus der Zeit um 600 vor Christus, zum Trassee des alten Zürichweges aus dem Spätmittelalter, zum mutmasslich dritten Richtplatz an der Grenze zu Othmarsingen, zum Hermen, wo im 16. Jahrhundert Lenzburg und Niederlenz um Weiderechte stritten und zu historischen March- und Stundensteinen.

Aus der neueren Zeit stammen das Gexi, das Bahndreieck mit internationaler Bedeutung, das renaturierte beschauliche Bünztäli, das Othmarsinger Paradiesli, das Eichenwald-Reservat und der forstliche Pflanzgarten, man kommt zur dicksten Eiche und zur gemeinsamen Wohnung von Fuchs und Dachs. Aktuell wird der Kreis geschlossen: Im Lindgrüebli gingen ältere Jahrgänge noch ins Moos für die Jugendfest-Girlanden und auf der Schützenmatte manövrieren sich die Freischaren seit alters her ins Abseits.

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