Lenzburg

Der Maimärt soll wieder attraktiver werden

Marktchef Kurt Kaufmann zieht die Standgebühren am Maimärt persönlich ein.

Marktchef Kurt Kaufmann zieht die Standgebühren am Maimärt persönlich ein.

Der neue Marktchef hat sich hohe Ziele gesetzt. Er will den Markt, unter anderem mit Gratisangeboten, wieder attraktiver machen und mehr Kunden anlocken.

In seiner gelben Leuchtweste und dem über ihm aufgespannten gelben Regenschirm ist Kurt Kaufmann nicht zu übersehen. Nötig hätte der neue Lenzburger Marktchef die leuchtende Farbe eigentlich nicht, denn ihn kennt sowieso jeder hier am Maimärt. Aus seiner Zeit als Marktchef in Reinach und seiner eigenen Tätigkeit als Marktfahrer kennt er das Metier und die Leute, wie kaum ein anderer.

Es ist ein regnerischer Morgen in Lenzburg. Nur sporadisch schlendern vereinzelte Marktbesucher durch die Gassen der Altstadt. Es ist 9.30 Uhr und Kaufmann hat soeben mit seinem Rundgang begonnen, bei dem er die Standgebühren der Marktfahrer einzieht. Der Markttag hat für Kaufmann aber bereits um 5.30 Uhr begonnen. «Bis 8 Uhr haben die Marktfahrer Zeit, ihre Stände aufzustellen», sagt der Marktchef. Danach werde der Standplatz weitergegeben an solche, die spontan kommen. «Es gibt immer welche, die nicht auftauchen. Heute sind aufgrund des schlechten Wetters besonders viele zu Hause geblieben.»

Persönlicher und effizienter

Bisher wurden die Standgebühren am Maimärt von der Finanzabteilung per Einzahlungsschein eingezogen. Das wollte Kaufmann ändern: «Es ist viel effizienter, wenn man die Gebühren persönlich einzieht. So behält man den Überblick und muss dem Geld nicht hinterherrennen.» 12 Franken Grundgebühr, 10 Franken pro Laufmeter und 30 Franken für den Stand muss man dem Marktchef zahlen. Eine Marktfahrerin hat gerade kein Geld dabei. «Kein Problem», sagt Kaufmann, «dann komme ich später wieder vorbei.»

Das effizientere Einziehen der Standgebühren vor Ort und die damit verbundene Kostensenkung ist nicht das einzige Ziel, dass sich Kaufmann für seine Tätigkeit als Marktchef in Lenzburg gesetzt hat. Es ist ihm ebenfalls ein grosses Anliegen, den Maimärt wieder attraktiver zu machen. In den letzten Jahren hat der Publikumsaufmarsch am traditionsreichen Markt spürbar nachgelassen. Dies hängt laut Kaufmann nicht zuletzt mit dem etwas einseitig gewordenen Angebot zusammen. «Ich kenne fast alle Marktfahrer der Region und ich werde mich dafür einsetzen, die attraktivsten Marktstände nach Lenzburg zu holen.» Ebenso wichtig sei ein guter Angebotsmix. «Ich achte auf eine sinnvolle Verteilung der unterschiedlichen Stände in der Altstadt und schaue, dass es nicht zu viele ähnliche Stände hat.»

Gratisangebote für Marktbesucher

Um mehr Besucher anzulocken, will Kaufmann auch vermehrt auf Gratisangebote setzen. So gab es gestern am Maimärt gratis ein Karussell mit Hüpfburg und eine Gartenbahn. Für nächstes Jahr plant Kaufmann, den Besuchern gratis Pony-Reiten anzubieten. «Das ist erfahrungsgemäss bei den Kindern sehr beliebt.» Gratisangebote bedeuten zwangsläufig auch höhere Kosten. Das weiss auch Kaufmann: «Sollte das Budget nicht ausreichen, werden Sponsoren gesucht.»

Das Marktwesen in Lenzburg ist ein altes Brauchtum und reicht bis ins Jahr 1306 zurück. Der Schweizerische Marktverband, dem auch Kaufmann angehört, setzt sich für die Wahrung der Markttradition und der Erhaltung der damit verbundenen Arbeitsplätze ein.

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