Seon

Der Traum von der Lokalpolitik ging in Erfüllung: Christine Iten ist Gemeinderätin

Christine Iten ist mit Abstand die jüngste Gemeinderätin in Seon.

Christine Iten ist mit Abstand die jüngste Gemeinderätin in Seon.

Vor drei Wochen wurde Christine Iten (27) in den Gemeinderat Seon gewählt. Sie setzte sich im zweiten Wahlgang klar durch.

Kurz vor Mittag am Sonntag, dem 9. Februar, sass Christine Iten vor dem Computer. Mehrmals aktualisierte sie die Website der Gemeinde Seon, bis da endlich das Resultat stand, auf das sie gehofft hatte: Mit 529 Stimmen wurde Christine Iten zur neuen Seener Gemeinderätin gewählt. Iten, die der FDP Seon angehört, setze sich damit gegen die beiden anderen Kandidatinnen Marianne Bitterli-­Rupp (63, SVP) und Anne-Marie Kneller (47, CVP) durch.

«Ich konnte es im ersten Moment gar nicht glauben», sagt Christine Iten rund drei Wochen nach ihrer Wahl. Erst die Gratulanten machten der jungen Frau begreiflich, dass sie ihr Ziel erreicht hatte. «Ich habe dann praktisch alle angerufen, die ich kenne, und ihnen mitgeteilt, dass ich gewählt wurde», erzählt sie. Mit ihren 27 Jahren senkt Iten den Altersdurchschnitt im Seener Gemeinderat drastisch, vor ihrer Wahl war das jüngste Mitglied 50 Jahre alt. Sorgen macht ihr der Altersunterschied zu ihren Ratskollegen keine: «Ich bin bereits im Vorstand der Musikgesellschaft Seon und im Berufsverband der Schweizer Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner. Auch dort gehöre ich zu den Jüngeren, das war aber nie ein Problem», sagt Iten, die als diplomierte Pflegefachfrau in der Hirslanden Klinik in Aarau arbeitet.

Grosse Unterstützung aus dem Umfeld

Der Schritt zu einem politischen Amt in der Gemeinde war für die junge Frau ein logischer. «Ich finde Politik sehr interessant. Wir haben hier in der Schweiz die Möglichkeit, aktiv mitzubestimmen und die Regeln zu machen. Ich wollte diese Chance nutzen, die einem gegeben wird.» Erste Erfahrungen sammelte sie ausserdem schon in der Finanzkommission in Seon, der sie seit 2018 angehört.

Beim Wahlkampf erhielt die 27-jährige viel Unterstützung von ihrer Familie, Freunden und der Ortspartei. «Viele haben mir gesagt, dass das Amt der Gemeinderätin sehr gut zu mir passen würde.» Ihr Umfeld unterstützte Iten nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten. So schrieben sie Leserbriefe, halfen Flyer zu verteilen oder Plakate aufzustellen. Trotzdem reichte es im ersten Wahlgang nur für den zweiten Platz. Iten meldete sich, wie auch die anderen beiden Kandidatinnen, für den zweiten Wahlgang an. «Mir war es wichtig, für mich selbst zu wissen, dass ich alles gegeben habe», so Iten. Die Postkarten, die sie an alle Haushalte verteilte, unterschrieb die Seenerin von Hand. Dass es im zweiten Wahlgang reichen würde, hatte Christine Iten nicht erwartet «aber gehofft», wie sie sagt. «Wir waren so nahe beieinander, dass sich niemand sicher sein konnte, wer gewinnt.»

Christine Iten gewann die Wahl mit einem Vorsprung von 123 Stimmen auf Marianne Bitterli-Rupp, die im ersten Wahlgang knapp vor ihr gelegen war. Zum Sieg verholfen hätten ihr unter anderem auch die Gespräche im Dorf, wie Iten glaubt: «Nach dem ersten Wahlgang kamen viele Personen direkt auf mich zu und suchten das Gespräch mit mir. So konnte ich auch nochmals direkt sagen, was ich in der Gemeinde gerne beitragen möchte.»

Stau zu Stosszeiten als grössten Problem

Am liebsten würde die junge Frau die Ressorts von ihrer Vorgängerin übernehmen. Andrea Hollinger war für Soziales, Kultur, Landwirtschaft, Naturschutz und Bürgerrecht zuständig. «Natürlich übernehme ich auch gerne andere Ressorts.»

Welche Ressorts Iten definitiv zugeteilt werden, entscheidet sich am 30. März. Dann findet die erste Gemeinderatssitzung für die 27-Jährige statt.

Zu den aktuellen Themen in Seon gehört für Christine Iten die Verkehrssituation im Dorf. «Die Staus am Morgen und Abend sind definitiv ein Problem. Ich hoffe jedoch, dass Projekte wie der Linksabbieger beim ‹Teppich Gehrig› und die geplante Haltestelle ‹Seon Nord› helfen werden.» Auch bei Fragen rund um das Alters- und Pflegeheim möchte sie sich gerne einbringen. «Ich arbeite in der Pflege und kenne die Probleme und Aufgaben.» Christine Iten hat nebst ihrer Ausbildung in der Pflege auch einen Master of Business Administration absolviert. «Dadurch verstehe ich die verschiedenen Ansichten.»

Für Christine Iten ist klar, dass sie so schnell nicht aus der Gemeinde wegziehen möchte. «In Seon habe ich alles, was ich brauche. Ich bin nahe an der Natur, aber auch schnell in der nächsten Stadt. Zudem kann ich zu Fuss einkaufen und habe die Auswahl zwischen mehreren Geschäften.»

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