BNO-Revision

Dichter wohnen, höher bauen: Dintikon soll moderat wachsen

Dintikon - Ortstafel bei Dorfeinfahrt Gemeinde Dintikon

Die Gemeinde soll noch dichter besiedelt werden. So sieht es die revidierte Nutzungsplanung vor, die aktuell aufliegt.

Die Gemeinde Dintikon ist seit der Jahrtausendwende stark gewachsen – um fast 1000 Einwohner oder 70 Prozent auf 2241 Einwohner per Ende 2018. In den nächsten 15 Jahren rechnet das Dorf mit weiteren 300 bis 400 Einwohnern. Schon jetzt wohnen die Dintiker mit 46,4 Einwohnern pro Hektare enger aufeinander als in anderen Gemeinden. Der kantonale Schnitt für ländliche Gebiete liegt bei 37 Einwohnern pro Hektare.

Mit der Revision der Nutzungsplanung Siedlung und Kultur, die etwa alle 15 Jahre erfolgt, soll das Potenzial in Dintikon noch weiter ausgeschöpft werden. Denn sowohl das 2013 angenommene Raumplanungsgesetz des Bundes als auch der kantonale Richtplan verlangen verdichtetes Bauen. Einzonungen sind in Dintikon keine mehr möglich. Die Entwürfe des revidierten Bauzonen- und Kulturlandplans sowie der revidierten Bau- und Nutzungsordnung (BNO) liegen noch bis zum 18. Juni auf der Kanzlei auf.

Grundsätzlich verfügt Dintikon noch über 4,4 Hektaren unbebautes Bauland in Wohn- und Mischzonen. Um die im Gesetz verlangte Entwicklung nach innen zu fördern, erhöht Dintikon in fast allen Bauzonen leicht die Ausnützungsziffer. Damit der dörfliche Charakter gewahrt bleibt, kann der Gemeinderat zudem neu einen Gestaltungsplan einfordern oder er bietet eine fachliche Beratung an.

Gleichzeitig schafft das Dorf neue Zonen, die mehr Geschosse zulassen. So gibt es neben der bisherigen Wohnzone 3 neu auch eine Wohnzone –3. Um eine angemessene Verdichtung und eine optische Verträglichkeit in der Nähe des Dorfzentrums zu ermöglichen, wird ein Teil der bisherigen Wohnzone 2 in diese neue Zone W –3 aufgezont. Die Folge: In gewissen Dorfteilen sind somit nicht mehr zwei, sondern drei Vollgeschosse erlaubt (inklusive Attika- und Dachgeschoss).

Attraktiver werden fürs Gewerbe

Die frühere Wohn- und Gewerbezone (WG) 2 erhält einen neuen Namen: Neu heisst sie Wohn- und Arbeitszone (WA) 2 beziehungsweise 3. Auch hier kommt es zu einer leichten Aufzonung: Ein Teil der früheren WG2 gehört neu zur WA3, in der nicht mehr zwei, sondern drei Vollgeschosse erlaubt sind.

Die Dorf-, Kern-, Grün- und Wohnzone 2 sowie die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen bleiben in der Bezeichnung gleich, haben aber teilweise eine höhere Ausnützungsziffer. Zudem dürfen in der Dorf-, Kern- und WA-Zone gewerblich genutzte Erdgeschosse eine Geschosshöhe von fünf Metern aufweisen, einen halben Meter mehr als bisher. Damit will Dintikon die Attraktivität fürs Gewerbe steigern. Das gleiche Ziel verfolgt die Festlegung der Nettoladenfläche in der Kern-, Dorf- und der Wohnzone.

Die Gewerbe- und die Industriezone werden zur Arbeitszone zusammengefasst. So bestehen keine Unterschiede mehr in der zulässigen Nutzung. Mit der Festlegung der maximalen Nettoladenfläche folgt Dintikon kantonalen Vorgaben. Zudem müssen 10 Prozent der anrechenbaren Landfläche als begrünte Fläche gesichert werden.

Verkehr kaum ein Thema

Neben den gesetzlichen Vorgaben zum verdichteten Bauen setzt Dintikon mit der Revision der Nutzungsplanung Siedlung und Kultur noch weitere gesetzliche Bestimmungen um. So werden die Gewässerräume in der kommunalen Nutzungsplanung gemäss den eidgenössischen Bestimmungen in der kommunalen Nutzungsplanung umgesetzt. Auch die Begriffe passt die Gemeinde den neuen gesetzlichen Vorgaben an.

Hingegen kaum berücksichtigt wird das Thema Verkehr. Die Bünztalstrasse gehört mit rund 20 000 Fahrzeugen pro Tag zu den meistbefahrenen Strassen des Kantons. Gemäss Planungsbericht werden die Kapazitäten mit der geplanten Sanierung des belasteten Knotens Langelen und der Optimierung des Knotens Neuhof in Lenzburg in absehbarer Zeit verbessert.

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