Möriken-Wildegg

Die Modernisierung der ARA kam billiger als ursprünglich erwartet

Reto von Schulthess von der Firma Holinger AG, Betriebsleiter Markus Blättler und Klärmeister Roman Bieri vor der modernisierten Schwachlastanlage der Abwasserreinigungsanlage Langmatt in Wildegg.

Reto von Schulthess von der Firma Holinger AG, Betriebsleiter Markus Blättler und Klärmeister Roman Bieri vor der modernisierten Schwachlastanlage der Abwasserreinigungsanlage Langmatt in Wildegg.

Die Erneuerung der Schwachlastanlage der ARA Langmatt kostete 4,7 statt wie erwartet 5,2 Mio. Dass man so viel Geld einsparen konnte, liegt unter anderem daran, dass man eine grosse Portion Glück hatte, meint der Betriebsleiter.

Wann gibt’s denn so was? Die eben abgeschlossene und mit Erfolg in Betrieb genommene Erneuerung der Schwachlastanlage der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Langmatt in Wildegg kam deutlich billiger als erwartet. 

Der Abwasserverband Region Lenzburg hatte für die Modernisierung der letzten biologischen Klärstufe vor vier Jahren einen Kredit von 5,2 Millionen Franken genehmigt; kurz vor Abschluss der Abrechnung rechnet man mit Kosten von 4,7 Mio.

«Neben einer straffen Projektführung braucht es für einen solch erfreulichen Abschluss auch immer etwas Glück», blieb Betriebsleiter Markus Blättler bei der gestrigen Medienpräsentation der neuen Anlage bescheiden.

Neue Träger für Bakterien

Gemäss Reto von Schulthess von der planenden Ingenieurfirma Holinger AG lag in der Langmatt die besondere Herausforderung in der Tatsache, dass die baulichen Grundstrukturen nicht erweitert werden konnten. Die fünf Schwachlast-Reinigungsstrassen wurden nacheinander erneuert, da der normale Betrieb stets sichergestellt werden musste.

Die gesamte Leistung die ARA konnte auch dank dem Einsatz des neuen Hybridverfahrens um rund 50 Prozent erhöht werden. Bei diesem System werden anderthalb Zentimeter kleine Kunststoff-Chips mit einer Gitterstruktur als Aufwuchskörper für die nützlichen Mikroorganismen eingesetzt. Fünf riesige Turbogebläse in einem neu errichteten Gebäude sorgen dafür, dass die Bakterien auf den Aufwuchskörpern immer genügend Sauerstoff erhalten.

Mit der nun abgeschlossenen Erneuerung wurde die Kapazität derart erhöht, dass dem Anschluss der Gemeinden Hunzenschwil, Rupperswil und Schafisheim, die ihre Abwässer bisher in der ARA Lotten reinigen liessen, nichts mehr im Weg steht. Gemäss den Planern reicht die neue Leistung bis ins Jahr 2030: Nach bisher 56 000 Einwohnerwerten (Mittelwert) steigt die Kapazität bis zu diesem Termin auf 85 000.

Schon bald stehen weitere Investitionen an: In Kürze wird aus dem Klärschlamm Biogas gewonnen und am Zeithorizont wartet die Verpflichtung der vierten Klärstufe für Mikroverunreinigungen.

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