Seon
Die Seoner fahren weiterhin gratis Bus

Die Gemeinde Seon muss sparen. Der Gemeinderat wollte deshalb das kostenlose Busfahren in der Gemeinde abschaffen. Das war der Gemeindeversammlung zu viel des Guten.

Pascal Meier
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Der Regionalbus in der Seoner Unterdorfstrasse.

Der Regionalbus in der Seoner Unterdorfstrasse.

Die Seoner habens gut. Sie dürfen innerhalb der Gemeinde gratis den Regionalbus Lenzburg (RBL) nutzen. Die Kosten zahlt die Gemeindekasse, das sind pro Jahr rund 18'000 Franken. Der Weg vom Seoner Bahnhof zum Hallenbad kostet die Bevölkerung damit keinen Rappen. Das Geld für das gesparte Busbillett reicht im Hallenbad-Restaurant dann für eine leckere Glace.

Doch damit soll Schluss sein: Der Gemeinderat hat die 18'000 Franken aus dem Budget 2017 gestrichen. Die Gemeinde müsse den Gürtel enger schnallen, so der Gemeinderat, «der Spardruck nimmt stetig zu».

Noch mehr Elterntaxis?

Die Seoner wollen jedoch weiterhin gratis mit dem Bus durchs Dorf fahren. An der Gemeindeversammlung vom Freitagabend haben sie das Budget 2017 zwar angenommen, die 18'000 Franken für die Busfahrten jedoch nicht gestrichen. «Wir investieren Millionen für grosse Projekte und wollen 18'000 Franken fürs Busfahren einsparen», sagte eine Seonerin. Das sei schade und vielleicht sogar kontraproduktiv: «Ich sehe viele Schulkinder im Bus. Ist dieser nicht mehr gratis, könnte das Problem mit den Elterntaxis noch mehr zunehmen.»

Die Seonerin stellte deshalb den Antrag, die 18'000 Franken im Budget zu belassen. Die Versammlung folgte ihr mit grossem Mehr, nur 15 Personen stimmten dagegen. Anwesend waren 148 Stimmbürger (von insgesamt 3105). Gemeindeammann Heinz Bürki zeigte sich versöhnlich: «Es war kein böser Wille, die Busfahrten zu streichen. Wir wollten lediglich sparen, wo es möglich ist und wo es nicht zu stark schmerzt.»

Ja zu Tempo 30

Mit dem Ja zum Budget 2017 hat die Gemeindeversammlung auch Ausgaben in der Höhe von 28'000 Franken für eine Tempo-30-Zone auf der Unterdorfstrasse und an der Milchgasse angenommen. Dort gibt es laut Gemeinderat wegen der neuen Migros-Filiale viel mehr Verkehr als früher. Anwohner baten deshalb um eine Lösung.

Die Tempo-30-Zone soll 2017 realisiert werden. An der Versammlung war diese kein Thema, was erstaunt. Denn in den vergangenen Jahren hat die Seoner Bevölkerung Tempo 30 stets kontrovers diskutiert.

Zum Schluss der Gemeindeversammlung wurde dem Gemeinderat zudem auf Initiative eines Familienvaters mit 70 zu 57 Stimmen ein Antrag überwiesen: Der Gemeinderat muss nun prüfen, ob auch im Gebiet Breitenweg/Webereistrasse Tempo 30 eingeführt werden kann.

Kiesgrube wird gegen Westen erweitert

Reibungslos gingen auch die anderen Traktanden der Wintergmeind über die Bühne:

Kiesgrube Hauri: Die Gemeindeversammlung sagte Ja zur Änderung der Materialabbau- und Deponiezone im Gebiet Emmet. Die Hauri Kiesgruben und Transport AG kann sich dank der Teiländerung der kommunalen Nutzungsplanung künftig nach Westen ausdehnen statt nach Norden, wie es die gültige Abbaubewilligung aus den 1990er-Jahren vorsieht. Laut der Hauri AG hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die Ausdehnung nach Norden wirtschaftlich und ökologisch nicht optimal ist. Die Kiesgrube wird deshalb nach Westen ausgedehnt (um rund 61'000 Quadratmeter) und die vorerst nicht benötigte «Erweiterung Nord» (knapp 32'000 Quadratmeter) wieder in die Landwirtschaftszone umgeteilt.

Neues Tanklöschfahrzeug: Weiter bewilligte die Versammlung einen Bruttokredit von 500'000 Franken für ein Tanklöschfahrzeug (TLF) der Feuerwehr Seon-Egliswil. Abzüglich Subventionen der Aargauischen Gebäudeversicherung sowie des Gemeindeanteils von Egliswil wird das TLF die Gemeinde Seon voraussichtlich etwa 239'000 Franken kosten.

Neues Regenbecken: Die Gemeindeversammlung bewilligte einen Kredit von 1,1 Millionen Franken für ein neues Regenbecken im Gebiet Birren/Sigismühle, das rund 400'000 Franken günstiger wird, weil es ausserhalb der Bauzone realisiert werden kann.

Betreibungsamt: Das heute extern geführte Betreibungsamt wird 2017 wieder in die Gemeindeverwaltung integriert, was die Gemeindekasse um rund 50'000 Franken entlasten soll. Die Gemeinde wird dafür eigenes Personal anstellen (laut Ammann Bürki 150 Stellenprozente). Die künftigen Mitarbeiter werden voraussichtlich im ersten Obergeschoss des Gemeindehauses arbeiten.

Des Weiteren genehmigte die Versammlung diverse Kreditabrechnungen.

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