Liquidation

Die Zanderfilets waren für die zwei Landwirte aus Dintikon ein Flop

2015 blickte Stefan Süess noch zuversichtlich in die Zukunft.

2015 blickte Stefan Süess noch zuversichtlich in die Zukunft.

Die Fischfarm Berghof Süess & Gsell in Dintikon musste wegen Lieferengpässen bei Jungfischen und hohen Konkurrenzdrucks liquidiert werden.

Da er mit Milch kaum mehr Geld verdiente, sattelte der Dintiker Bauer Stefan Süess vor fünf Jahren auf die Zucht von Zanderfischen um; dies als Nebenerwerb zum Gemüse- und Ackerbau. Gemeinsam mit Renato Gsell gründete er die Fischfarm Berghof Süess & Gesell GmbH und baute eine Fischzuchtanlage.

Jetzt ist dieser Traum ausgeträumt. Anfang Juli hat die Gesellschafterversammlung die Auflösung der Firma beschlossen. Bereits früher hatte Süess in den sozialen Medien mitgeteilt, dass die Farm geschlossen worden ist. Süess begründete den Entschluss mit «ein paar unerfreulichen Umständen». Um welche Umstände es sich dabei genau handelt, erklärt Anita Süess auf Anfrage der AZ: Der Lieferant sei zweimal nicht in der Lage gewesen, Jungfische zu liefern. Satzfische müssen jedoch das ganze Jahr hinweg in regelmässigen Abständen in die Zuchtbecken eingesetzt werden können. Da es bei der Fischfarm mit dem Nachschub haperte und sich keine Möglichkeit bot, andernorts zu Jungfischen zu kommen, blieben die Aufzuchtbecken in Dintikon leer. Das ging ins Geld: Bis ein Zander geerntet werden kann, dauert es rund zwölf Monate. Für die Fischfarm bedeutete das ein Jahr ohne Einkommen aus der Fischzucht.

Zudem ist man auf dem Berghof überzeugt, dass die Lage für Kleinproduzenten in der Schweiz anspruchsvoll werden dürfte. Beim Nordportal des Gotthard-Basistunnels entsteht eine Grosszuchtanlage mit einer Kapazität von jährlich mehreren hundert Tonnen Zander. Der Berghof mit neun Tonnen Zander pro Jahr hätte einen schwierigen Stand gehabt, erklärt Anita Süess überzeugt. Die Aufgabe erfolgt, bevor der Schaden allzu grossen geworden ist. «Wir haben uns schwergetan mit dem Entscheid. Fünf Jahre lang haben wir viel Herzblut in die Fischzucht investiert.» Doch das hat nicht gereicht.

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