Lenzburg
Diese Fasnächtler spielen zu ihrem Jubiläum gleich am Ski-Weltcup

Die Schlossgeischt-Schränzer feiern am Samstag ihr 30-jähriges Bestehen. Zeit für einen Blick in die Vergangenheit mit Vereinspräsident Urs Welti und dem letzten noch aktiven Gründungsmitglied Daniel Kühne.

Fabio Baranzini
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Daniel Kühne (links) und Urs Welti freuen sich auf die Schlossgeischter-Nacht.

Daniel Kühne (links) und Urs Welti freuen sich auf die Schlossgeischter-Nacht.

Fabio Baranzini

Mittwochabend auf dem Zeughausareal Lenzburg. Die Mitglieder der Schlossgeischt-Schränzer treffen sich zu einer der letzten wöchentlichen Probe. Es ist das drittletzte Treffen vor dem Jubiläumsevent an der Schlossgeischter-Nacht.

Die Vorfreude auf den grossen Auftritt ist bei Urs Welti und Daniel Kühne zu spüren. «Das wird ein toller Abend. Vor allem auf die Mitternachtsüberraschung dürft ihr gespannt sein», verspricht Vereinspräsident Welti. Mehr will er aber nicht verraten.

Der Rest des Jubiläums-Auftritts zum 30-jährigen Bestehen der einzigen Lenzburger Guggenmusik sei streng geheim.

Dass die Schlossgeischt-Schränzer in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag feiern können, damit hätten nicht viele gerechnet. «Eine Guggenmusik – und das ausgerechnet im reformierten Lenzburg – braucht kein Mensch.»

In etwa so klangen die Voten der eingefleischten Lenzburger, erinnert sich Gründungsmitglied Daniel Kühne an die Anfänge. Der gebürtige Lenzburger hat die Schlossgeischt-Schränzer mit den beiden Heimwehfasnächtlern Heinz Seiler und Jörg Studiger gegründet.

Diese zwei hatten den Anstoss zum Verein gegeben. An der Gründungsversammlung waren etwa 30 Personen anwesend.

16. Schlossgeischter- Nacht am Samstag

Am Samstagabend (ab 20 Uhr) findet in der Mehrzweckhalle Lenzburg die 16. Auflage der Schlossgeischter-Nacht statt. Ab 21 Uhr treten stündlich bis 2 Uhr Guggenmusiken aus dem Wallis, Luzern, Baselland und dem Aargau auf. Das Highlight wird der Auftritt der Schlossgeischt-Schränzer Länzburg sein, die um Mitternacht mit einer besonderen Überraschung anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Vereins aufwarten. Es werden rund 1000 Besucher erwartet. Infos: www.sgsl.ch (fba)

Das Trio wohnte – wie fast alle Gründungsmitglieder – im Lenzburger Langsamstig-Quartier. Doch wieso kam sie überhaupt auf die Idee, eine Guggenmusik zu gründen? «Unser Ziel war es, die Kinderfasnacht aufzupeppen.

So ganz ohne Musik glich diese früher eher einem Leichenzug durchs Städtchen als einem Fasnachtsfest», sagt Kühne lachend.

Und so begleiteten die Schlossgeischt-Schränzer im Frühjahr 1987 – notabene noch vor der offiziellen Gründung des Vereins im Juli – zum ersten Mal die Lenzburger Kinderfasnacht.

Auftritte im Ausland

Noch heute ist die Kinderfasnacht ein fixer Termin im Kalender der Guggenmusik. Ansonsten hat sich in den letzten Jahren aber vieles verändert. «Die musikalischen Ansprüche sind gestiegen, alles ist professioneller geworden», sagt Urs Welti, der mit 17 Jahren wegen eines Plakats in der Bahnhofsunterführung Lenzburg zu den Schlossgeischt-Schränzern gestossen ist und seit 2002 als Präsident amtet.

«Am Anfang genügte es, wenn jeder drei Mal denselben Refrain eines Songs spielen konnte. Heute haben wir ein breites Repertoire an Ohrwürmern, alten Schunklern und modernen Popsongs.»

Geübt wird seit gut zehn Jahren im Zeughausareal. Das war jedoch nicht immer so: «In den ersten Jahren haben wir in der Fahrzeughalle des Lenzburger Werkhofs geprobt. Das hat jeweils grässlich gescheppert», erinnert sich Daniel Kühne an diese Zeit.

Nicht nur die musikalischen Ansprüche und der Proberaum haben sich über die Jahrzehnte verändert. Auch die Kostüme, die praktisch alle Mitglieder selber nähen, sind aufwendiger geworden.

An der Schminke wird immer wieder herumgetüftelt und die Auftritte finden längst nicht mehr nur in der Region Lenzburg statt.

Die neu gegründete Guggenmusik zieht 1987 durch Lenzburg

Die neu gegründete Guggenmusik zieht 1987 durch Lenzburg

Zur Verfügung gestellt

Die Schlossgeischt-Schränzer, die in den vergangenen 30 Jahren an praktisch allen Fasnachtsbällen im Kanton gespielt haben, reisen mittlerweile mit dem Car an ihre Auftritte und haben schon mehrfach im Ausland gespielt.

Ende Januar steht anlässlich des Ski-Weltcups im deutschen Garmisch-Partenkirchen der nächste Auftritt ausserhalb der Landesgrenzen auf dem Programm. «Die Auftritte im Ausland sind vor allem für das aktive Vereinsleben wichtig und schweissen uns zusammen», sagt Urs Welti.

Volle Halle beim Heimspiel

Die aktuell 36 Mitglieder der Lenzburger Schlossgeischt-Schränzer bestreiten pro Jahr rund 40 Auftritte. Die meisten davon in der Zeit zwischen Januar und März. In den Monaten davor stehen die Vorbereitungen auf dem Programm.

In den Sommermonaten ist der Terminkalender der Guggenmusik etwas weniger voll, obwohl auch der mittlerweile traditionelle Einsatz am Gauklerfestival nicht fehlen darf. «Die Auftritte in der eigenen Gemeinde sind immer ein Highlight», sind sich Welti und Kühne einig.

«Ein ganz besonderer Auftritt ist dabei jeweils die Schlossgeischter-Nacht, die längst über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt ist und jeweils rund 1000 Zuschauer anlockt.»

Auch am kommenden Samstagabend, bei der 16. Auflage der Schlossgeischter-Nacht, dürfte die Mehrzweckhalle Lenzburg wieder sehr gut besucht sein.

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