Wildegg

Dieses Ehepaar führt die erste CO2-neutrale Bäckerei im Aargau

Willi und Bernadette Moosberger führen ihre Bäckerei und Konditorei beim Bahnhof seit fast 29 Jahren.

Die Moosbergers führen in Wildegg die erste CO2-neutrale Bäckerei des Aargaus. Sie unterstützen den Bau von Windrädern.

Ein Bäckerei-Ehepaar reagiert auf den Klimawandel: Willi und Bernadette Moosberger haben beschlossen, das von ihrer Bäckerei verursachte CO2 zu kompensieren.
«Das Thema ist gerade sehr aktuell und so können wir etwas zurückgeben», sagt der 61-jährige Willi Moosberger. Seit bald 29 Jahren führt er mit seiner fünf Jahre jüngeren Frau Bernadette die Bäckerei und Konditorei Moosberger beim Bahnhof Wildegg.

Das Geschäft läuft gut, bei Feierabend stehen die Kunden Schlange. Die Aushilfen mitgezählt beschäftigen Moosbergers zwanzig Mitarbeitende, acht alleine in der Produktion. «Viele von ihnen kommen mit dem Auto zur Arbeit», sagt Willi Moosberger.

«Und unsere Zutaten werden von Lastwagen angeliefert. Das alles schadet natürlich der Umwelt.» Deshalb ist das Ehepaar auf das Angebot eines Unternehmens eingegangen, das KMU den Kauf von CO2-Zertifikaten anbietet, die nicht gehandelt werden, sondern einmal gekauft in den Händen des Unternehmens bleiben.

Die Rechnung ist simpel: Das Unternehmen, mit dem die Bäckerei Moosberger zusammenarbeitet, rechnet die gesamthaften CO2-Emmissionen der Schweiz auf die Anzahl Einwohner herunter und bemisst die Emissionen der Bäckerei anschliessend an der Anzahl ihrer Mitarbeitenden. Rund 14 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr verursacht ein Schweizer im Schnitt.

Rund 384 Tonnen hat die Bäckerei bis heute bereits kompensiert. Die Welt der Umwelt-Zertifikate ist komplex, «Kompensieren» bedeutet bei weitem nicht, dass die verursachten Emissionen ungeschehen gemacht würden.

Viel mehr geht es darum, zu versuchen, anderswo den CO2-Ausstoss um einen ähnlichen Betrag zu reduzieren. So unterstützt die Bäckerei Moosberger mit ihrem Beitrag den Bau von fünf Windrädern nördlich von Izmir in der Türkei.

Darüber hinaus achtet das Ehepaar darauf, für die emsige Arbeit in der Bäckerstube wenn immer möglich einheimische Produkte einzukaufen, etwa teureres Schweizer Mehl. Und sie verwenden Margarine ohne Palmöl.

Die Moosbergers suchen zwei Nachfolger

In ihrem Alter beginnen Moosbergers auch, sich über eine Nachfolge Gedanken zu machen. Das Geschäft laufe gut, nicht zuletzt dank des relativ grossen Einzugsgebiets der Bäckerei. Dabei hilft auch das Sortiment: Die grosse Spezialität sind Amaretti.

Aber auch die preisgekrönten Birnenweggen, die selbst gemachten Schoggistängeli und das breite Brotsortiment locken die Kundschaft. «Wir hoffen, dass sich eine gute Lösung entwickelt», so Willi Moosberger.

Der Idealfall wäre ein motiviertes Ehepaar, das sich einige Jahre einarbeiten lässt, um den Betrieb Stück für Stück übernehmen zu können. Die Moosbergers würden sich im Gegenzug immer weiter zurückziehen. Bis zum wohlverdienten Ruhestand.

Verwandtes Thema:

Autor

Michael Küng

Meistgesehen

Artboard 1