Schafisheim
Ein 400-jähriges Lustspiel amüsiert auch heute noch

Die Freie Bühne Schafisheim führt mit Shakespeares «Sommernachtstraum» eine zeitlose Komödie auf, die sich durch eine vielschichtige Handlung und Situationskomik auszeichnet.

Sibylle Haltiner
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Helena (Natascha Janutin), Lysander (Guy Baumgartner), Demetrius (Till Burgherr) und Hermia (Denise Glauser), von links, treffen sich im Wald und werden von Puck (Alessandra Chies) beobachtet.

Helena (Natascha Janutin), Lysander (Guy Baumgartner), Demetrius (Till Burgherr) und Hermia (Denise Glauser), von links, treffen sich im Wald und werden von Puck (Alessandra Chies) beobachtet.

Sibylle Haltiner

«Gut gebrüllt, Löwe», sagt Demetrius. «Gut gespielt, Freie Bühne Schafisheim», beschied das Premierenpublikum am Samstagabend und gratulierte den Mitwirkenden mit einem lang anhaltenden Applaus. Shakespeares «Sommernachtstraum» hatte die Zuschauer glänzend unterhalten und zum Lachen gebracht.

Nachdem die Freie Bühne Schafisheim letztes Jahr mit Wolfgang Borcherts «Draussen vor der Tür» ein aufwühlendes Drama aufgeführt hatte, wählte Cornelis Rutgers als 24. Stück der Theatergruppe nun eine Komödie aus. «Das Stück hat sich 400 Jahre gehalten», meinte der Regisseur. «Es ist gut, lustig und abwechslungsreich.»

Tatsächlich verwebt Shakespeare verschiedene Ebenen zu einem vielfältigen Ganzen. Da ist das höfische Athen mit König Theseus (Tom Keller), der seine Hochzeit mit Hippolyta (Anna Stecher) vorbereitet. Die junge Hermia (Denise Glauser) liebt Lysander (Guy Baumgartner), soll aber Demetrius (Till Burgherr) heiraten, in welchen die schöne Helena (Natascha Janutin) verliebt ist. Handwerker wollen an den Hochzeitsfeierlichkeiten das Theaterstück von Pyramus und Thisbe aufführen. Der Wald hingegen ist das Reich von Oberon, dem König der Elfen, und seiner Gattin Titania (Tom Keller und Anne Stecher in Doppelrollen als Herrscherpaar in Athen und im Elfenwald). Der Elf Puck (hervorragend gespielt von der agilen Alessandra Chies) hilft Oberon bei dessen Intrigen.

«Die grösste Herausforderung beim Einüben des Stückes war die Sprache», erklärte Regisseur Cornelis Rutgers. Die Adeligen Athens und die Wesen des Waldes sprechen in Versen, nur die Sprache der Handwerker ist Prosa. «Der Rhythmus der Verse hat einen grossen Reiz, er verleiht der Sprache eine andere Ebene», so Rutgers. Die Prosa der Handwerker holt die Zuschauer wieder in die Wirklichkeit zurück.

Besonders amüsierte sich das Premierenpublikum über die Situationskomik beim Spiel der Handwerker. So musste sich Thisbe (Sven Berner) vom bereits toten Pyramus (Clemens Borter) das Schwert reichen lassen und bäumte sich, erstochen am Boden liegend, nochmals auf, um den Rock zurechtzuziehen. «Das Spiel zu enden, begrüsst uns mit gewognen Händen!», lautet das Schlusswort des Puck. Das Publikum kam der Aufforderung sehr gerne nach.

Weitere Aufführungen: Freitag, 15., und Samstag, 16. März, je 19.30 Uhr, Sonntag, 17. März, 17 Uhr, im Saal der Rudolf Steiner Schule, Schafisheim.

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