Lenzburg

Ein Adventskalender für Nähbegeisterte: «Es ist ein Herzensprojekt»

Portraet von Iris Bachmann. Sie macht einen Naeh-Adventskalender mit verschiedenen Stoffmustern und Knoepfen. Beim Verpacken hilft die Stiftung Orte zum Leben in Lenzburg. Aufgenommen am 18. November 2019.

Iris Bachmann macht einen Näh-Adventskalender mit verschiedenen Stoffmustern und Knöpfen. Beim Verpacken hilft die Stiftung Orte zum Leben in Lenzburg.

Portraet von Iris Bachmann. Sie macht einen Naeh-Adventskalender mit verschiedenen Stoffmustern und Knoepfen. Beim Verpacken hilft die Stiftung Orte zum Leben in Lenzburg. Aufgenommen am 18. November 2019.

Iris Bachmann (54) aus Lenzburg vertreibt den «Nähpaket-Adventskalender» mit farblich auf den Stoff abgestimmte Nähutensilien und kleinen Selber-mach-Projekte inklusive Anleitung zum Downloaden. Die Idee stammt ursprünglich aus Deutschland.

«Willkommen in der Adventskalenderei» sagt Iris Bachmann zur Begrüssung. Die Besitzerin des «Atelier zum Gufechnopf» ist damit beschäftigt, mit ihren Helferinnen die letzten Pakete für ihren Adventskalender zu packen.

Dies jedoch nicht im eigenen Atelier am Oberen Scheunenweg, sondern bei der Stiftung «Orte zum Leben», die ebenfalls in Lenzburg angesiedelt ist. «Bei über 500 Adventskalendern hätte ich in meinem Atelier keinen Platz», erklärt Bachmann. Seit 2013 organisiert sie den Nähadventskalender. «Die Idee stammt ursprünglich aus Deutschland», erklärt die 54-Jährige.

Ein Highlight im ersten und im letzten Türchen

«Anfangs waren wir zwölf Frauen aus der ganzen Schweiz, alle mit eigenen Stoffshops. Jede organisierte also zwei Adventstürchen», so Iris Bachmann. Der Adventskalender wuchs über die Jahre immer mehr. Vom ursprünglichen Organisationsteam ist heute nur noch Iris Bachmann übrig.

In diesem Jahr organisiert sie das Projekt im Alleingang. Der «Nähpaket-Adventskalender» beginnt und endet mit über 1,5 Meter Stoff. «Es braucht jeweils am Anfang und am Ende ein Highlight.» Hinter den restlichen Türchen verstecken sich farblich auf den Stoff abgestimmte Nähutensilien und kleine Selber-mach-Projekte inklusive Anleitung zum Downloaden. Auf ein Kleider-Schnittmuster wird verzichtet. «So kann jeder selbst entscheiden, was er aus dem Stoff schneidern möchte», erklärt Iris Bachmann.

In früheren Adventskalendern kamen zum Beispiel ein USB-Stick in Nähmaschinenform, oder massgefärbte Hoodie-Kordeln nach eigenem Design für den Adventskalender. «Ich finde es lässig, dass ich für den Kalender exklusive Gegenstände suchen kann», so Iris Bachmann.

Über 3000 Meter Stoff verarbeitet

Der Weg zum diesjährigen Adventskalender hatte einige Höhen und Tiefen. «Die Stoffdruckerei konnte Designs, welche ich ausgewählt habe, nicht ohne Druckfehler produzieren», erklärt die Atelierbesitzerin. «Das wurde aber leider erst spät klar. Ich suchte also nach einer anderen Möglichkeit. Was nicht ganz einfach war.»

Im letzten Moment fand Bachmann einen neuen Lieferanten, der den Stoff nach ihren Wünschen im Expressverfahren produzieren konnte. Die benötigte Menge Stoff hat kein Lieferant einfach so an Lager. Für den Kalender werden über 3000 Meter verarbeitet.

Viel Unterstützung bekommt Bachmann von der Stiftung «Orte zum Leben». «Ohne die Stiftung wäre das Projekt logistisch nicht umsetzbar. Ein grosser Vorteil ist auch, dass sie für mich die Lieferungen annehmen und lagern.»

Komplexe Arbeiten erledigen fünf Helferinnen, die Iris Bachmann für das Verpacken des Kalenders eingestellt hat. Über eine Woche sind sie in einem gemieteten Raum beschäftigt und verpackten dieses Jahr 12500 Säckli.

Diesjähriger Kalender ist bereits ausverkauft

Wann immer möglich werden auch die Klienten der Stiftung in die Arbeitsprozesse einbezogen. «Die Zusammenarbeit mit ihnen ist bereichernd und eigentlich das Schönste am ganzen Projekt», so Bachmann.

Der Adventskalender, der 165 Franken kostet, ist für dieses Jahr bereits ausverkauft. Iris Bachmann kann es sich vorstellen, das Projekt auch im kommenden Jahr wieder fortzuführen. «Der Erfolg wird zeigen, wie es weitergeht. Der Kalender ist inzwischen zu einem Herzensprojekt geworden».

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