Beinwil

Ein Duett mit Walter Andreas Müller

Radiomoderatorin Regi Sager und Schauspieler Walter Andreas Müller bei ihrem Auftritt in Beinwil am See.

Radiomoderatorin Regi Sager und Schauspieler Walter Andreas Müller bei ihrem Auftritt in Beinwil am See.

Der Schauspieler und die Radiomoderatorin Regi Sager warteten in Beinwil mit unterhaltsamen Anekdoten auf.

Gestern, am letzten Tag der Erzähltal-Veranstaltungen in Wynen- und Seetal, füllten Schauspieler Walter Andreas Müller und Radiomoderatorin Regi Sager beinahe den Löwensaal. Und das Publikum wurde Zeuge einer Premiere: Die (auch) Sängerin und der singende Schauspieler (nicht umgekehrt) gaben das Lied «Nach em Räge schiint d Sunne» von den Geschwistern Schmid zum Besten, assistiert vom Pianisten Stefan Stahel. Aber sie erzählten vor allem aus ihrem Leben, das durchaus einen Bezug zur Region hat. Mani Sokoll moderierte das Gespräch.

Walter Müller liess der gleichnamige Vater des bald 75-jährigen Schauspielers seinen Sohn taufen. «Etwas bequem», meint dieser. Auf der Schauspielschule machte man ihm klar: Das geht nicht. Mindestens einen zweiten Nachnamen wie Marius Müller-Westernhagen. Oder Hanspeter Müller-Drossaart. «Meine Mutter hiess Bieri», sagt er.

Müller-Bieri? Dann halt einen zweiten Vornamen. Walter junior legte sich den Namen eines Cousins, Andreas, zu. Das kostete 300 Franken, dafür weiss das nun auch seine Heimatgemeinde Oberkulm. WAM, wie Wolfgang Amadeus Mozart.

Auch Regi Sager, eigentlich Regula Sager, die gerne anderen Leuten etwas erzählt, was sie nicht nur am Radio tut, sondern auch auf ihren thematischen Stadtführungen in Zürich, hat eine Anekdote zu ihrem Namen. So hätten Leute reklamiert, die sie falsch verstanden haben, als sie am Radio sagte: «Am Mikrofon Regi Sager.» Sie hörten statt Regi Sager «redi sälber».

Gibt es eine Altersguillotine?

Launig erzählt Müller von Veränderungen in 42 Jahren Radioarbeit von Moderation und Wunschkonzert über Nachtexpress bis zu Satiresendungen. Nie war er da angestellt, denn er ist in erster Linie Theatermensch. Bis über 30 konnte er mit 162,5 Zentimeter Grösse Buben spielen, «der Liebhaber ging an mir vorbei», Väter, Grossväter, Urgrossväter, das ging.

Also keine Altersguillotine. Und nie länger Ferien als zwei Wochen; er hat zwei Katzen. Zudem arbeitet er an einem neuen Globi-Hörspiel. Und wie stehts bei der 61-jährigen Regi Sager, deren Urgrossvater einst in Beinwil eine kleine Zigarrenfabrik gegründet hat? «Ich bin in der Akzeptanzphase», sagt sie. Jüngere seien gefragt; der Lauf der Zeit. Mit dem Radio hat sie einen Deal machen können: Facebook muss sie nicht bewirtschaften.

Die Stadtführungen in Deutsch und Englisch will sie weiter machen. Zu einem der Themen, Zürcher Liebesgeschichten, hat sie ein Buch geschrieben. Zehn Geschichten, von Zwingli über Casanova bis Einstein.

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