Lenzburg
Ein Jahrhundert-Jahrgang verspricht fantastischen Wein

Der Hitzesommer sorgt bei den Ortsbürger-Winzern für ein herausragendes Weinjahr. Ein neuer Kellermeister soll das seine dazu beitragen.

Ruth Steiner
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Zufriedene Gesichter nach der Ernte: v.l. «Räblüs»-Obmann Werner Volkmar, Präsidentin Corin Ballhaus und Felix Kieser.

Zufriedene Gesichter nach der Ernte: v.l. «Räblüs»-Obmann Werner Volkmar, Präsidentin Corin Ballhaus und Felix Kieser.

Ruth Steiner

Sie waren unglaublich prall und süss – manch eine Traubenbeere wanderte beim Leset nicht in die bereitgestellten Standen, sondern in den Mund Lesers. Trotzdem konnten die «Räblüs» mit 50 Helfern am Samstag aus dem stotzigen Rebberg der Ortsbürger die stattliche Pinot Noir-Ernte von 3,5 Tonnen einfahren.

Der Leset fand in diesem Jahr aussergewöhnlich früh statt. Drei bis vier Wochen vor dem Termin in andern Jahren. Die rekordfrühe Ernte am 22. September markiert jedoch nur einen Mosaikstein in einem Jahr, das eine ausserordentliche Weinqualität verspricht. Die Basis dazu gelegt haben die klimatischen Verhältnisse in den vergangenen Monaten, bestätigt «Räblüs»-Obmann Werner Volkmar. «Im Frühling und im Sommer war es unglaublich warm», erklärt er.

Zudem gab es kaum Wetterkapriolen, bei den beiden Hagelgewittern im Frühling sei man in Lenzburg «mit dem Schrecken davongekommen». Die Folge davon: «Man spricht von einem Jahrhundertjahrgang», sagt Volkmar und zieht einen Vergleich mit dem Weinjahrgang 2003. Der Öchslegrad, das ist der natürliche Zucker-Gehalt im Traubenmost, beträgt 105.

Kellermeister aus Seengen

Aus der aktuellen Ernte sollen Pinot Noir und Barrique sowie Blanc de Noir produziert werden, deren Bestände sind am auslaufen. Zusätzliche Erwartungen bezüglich der Weinqualität haben die Ortsbürger an den neuen Kellermeister. Nach 35 Jahren haben sich Claudio und Kathrin Hartmann (ck Weine, Schinznach-Dorf) zurückgezogen. Die Trauben werden nun zum ersten Mal im Weingut Lindenmann in Seengen gekeltert. «Wir erwarten von Thomas Lindenmann einen etwas anderen Wein, vielleicht etwas blumiger und vollmundiger als bisher», so Volkmar.
Zufrieden zeigt sich auch die im Frühling neu gewählte «Räblüs»-Präsidentin Corin Ballhaus. «Man kann sich keinen schöneren Start wünschen.» Die Winterpause will der Vorstand nutzen, um die Zukunft des Rebbergs der Ortsbürgergemeinde weiterzuentwickeln.