Lenzburg
Ein Schaukelpferd und andere originelle Sitze

Junge Metallbauer entwarfen für einen Wettbewerb Sitzgelegenheiten der ganz besonderen Art. Eine dreiköpfige Jury bewertete die Beiträge - und musste ganze 25 Mal Probe sitzen.

Manuel Bühlmann
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Ein grosses Schaukelpferd aus Metall steht zurzeit im Eingangsbereich des Lenzburger Berufsschulhauses. Dieser soll aber nicht etwa zum Spielplatz umfunktioniert werden. Wie die anderen aussergewöhnlichen Sitzgelegenheiten, die gleich daneben stehen, ist das Pferd das Resultat eines Wettbewerbs.

Diesen hat die Aargauische Metallunion für Metallbau-Lehrlinge ausgeschrieben. 36 reichten allein oder zu zweit ein Projekt zum Thema «Dynamische Sitzgelegenheiten für Zwei» ein.

Kreativität fast ohne Grenzen

Seegang, Rocking Horse oder Tête-à-Tête - die Namen sind ähnlich ausgefallen wie die Werke selber. Der Kreativität der Teilnehmer waren nur wenige Grenzen gesetzt, etwa bei der Höhe oder der Sicherheit. Unterstützt wurden die jungen Handwerker von ihren Lehrbetrieben. «Die Firmen übernahmen die Kosten für die Materialien und stellten drei Arbeitstage zur Verfügung», sagt Projektleiter Kurt Lüscher.

Bereits zum fünften Mal findet der Wettbewerb statt. Ziel ist es, den Beruf des Metallbauers bekannter zu machen. «Wir werden oft gefragt, was Metallbauer eigentlich machen», sagt Kurt Lüscher. Anders als bei Schreinern oder Mauerern sei nur wenig über ihre Tätigkeiten bekannt. «Dabei ist es ein moderner und vielfältiger Beruf.»

Die Jury sitzt Probe

Eine dreiköpfige Jury bewertete die Beiträge - und musste ganze 25 Mal Probe sitzen. So testete auch Daniel Schwarz, Jurymitglied und Künstler aus Effingen, jedes einzelne Stück. Einige seien bequemer als sie aussehen würden, sagt er. «Ich habe in erster Linie auf Originalität und Funktionalität geachtet.» Denn gutes Design funktioniere in der Regel auch gut.
Jurykollegin Marianne Wildi, CEO der Hypothekarbank Lenzburg, ist von der Kreativität der Teilnehmenden angetan. «Ich bin überrascht, was alles aus Metall gefertigt werden kann», sagt Wildi. Die Herausforderung für sie sei gewesen, dass sie die Objekte nur aus optischer und nicht aus handwerklicher Perspektive bewerten konnte.

Geeinigt hat sich die Jury auf folgende Gewinner: Der erste Platz geht an Tobias Bertschi und Lukas Merz von der Mettler Schlosserei + Metallbau AG in Kölliken, die zusammen eine Sitzgelegenheit herstellten. Rang zwei teilen sich Oliver Heynen (Fremet AG, Hunzenschwil) und Benjamin Thomé (Hobler Metallbau AG, Muri), die je eine Arbeit einreichten. Auf sie und die anderen Teilnehmer wartet zur Belohnung eine Reise ins Elsass und in den Europa Park.

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