Beinwil am See
Ein südliches Flair für die Häsigasse?

Die Strasse könnte an der Wintergmeind gleich doppelt zu reden geben.

Peter Weingartner
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Da ist zum einen ein Kredit von 1,05 Millionen Franken für die Sanierung und Neugestaltung der 114 Meter langen Häsigasse. Vor einem Jahr hatte die Gmeind ein Sanierungsprojekt mit Kosten von 820 000 Franken plus 20 000 Franken für die Gestaltungsplanung zurückgewiesen und dafür einen Projektierungskredit von 80 000 Franken gesprochen. Hingegen beinhaltet das nun vorliegende teurere Projekt zusätzlich noch die gestalterischen Elemente (Bäume, Pflästerung, Beleuchtung). Am Montag hat der Gemeinderat die Ortsparteien über das Vorhaben informiert.

Ansatz von südlichem Ambiente

Gemeinderat Christoph Giger: «Wir setzen auf einen roten Porphyr-Naturstein, der einen südländischen Touch in die Strasse bringt.» So gepflästert werden die Ränder und zwei Übergänge mit Fussgängerstreifen-Funktion. Vorgesehen ist eine neue, zur historischen Strasse passende Beleuchtung. Sechs Bäume säumen die Strasse in der 30er-Zone. «Es wird immer noch zu schnell gefahren», sagte Giger, «deshalb die Bäume und Ausweichstellen als optische Verengung.»

Auf dem gepflästerten Mehrzweckstreifen ist ein Warenumschlag möglich, nicht aber das Dauerparkieren. Die Aufenthaltsqualität auf der Strasse mit Läden und dem Restaurant Eden soll dadurch erhöht werden. Das Gestaltungskonzept umfasst im Hinblick auf zukünftige Sanierungsprojekte auch den Gemeindehausplatz und die Plattenstrasse bis zum Restaurant Rütli.

Häsigasse zum Zweiten: Die Gemeinde will den ehemaligen Kindergarten an dieser Gasse verkaufen. Er möchte von der Gemeindeversammlung die Kompetenz einholen, diesen Verkauf in Eigenregie durchführen zu können. Schätzungen ergeben einen höheren Wert als die 300 000 Franken, die Kompetenzgrenze des Rats. Namens der SP bemängelte Kurt Lüscher die mangelnde Transparenz bezüglich Preis und Käufer. Gemeindeammann Peter Lenzin sähe durch ein Vorlegen des Verkaufs an die Gemeindeversammlung die Handlungsfähigkeit eingeschränkt: «Wir können, wenn unser Antrag obsiegt, schneller und kompetent verhandeln.»

Preis entscheidet nicht allein

Der Verkauf der Liegenschaft wird öffentlich ausgeschrieben. Lenzin sagte, dass Preis und Käufer bekannt gegeben würden und dass man das potenziellen Käufern auch klar mache. Eine Gemeindeversammlung sei keine Gant, meinte er. Lenzin: «Wir verkaufen das Haus der Person, die am meisten überzeugt. Preis und Bonität des Käufers sind wichtig, aber wir wollen auch wissen, was der Käufer mit dem Haus vorhat.» Volumen und Aussenansicht des Hauses aus dem Jahre 1872 müssten erhalten bleiben. Der Erlös aus dem Verkauf fliesst nicht zweckgebunden in die Gemeindekasse.

Sterben wird günstiger

Nimmt die Gmeind am 13. November das neue Friedhofreglement an, sinken die Bestattungskosten für die Einwohner von Beinwil am See, nicht aber für Auswärtige. Neu kann man für 2500 Franken ein Familiengrab erwerben, dies für die Dauer von 50 Jahren. Platz haben darin zwei Särge für Erdbestattungen und mehrere Urnen.

Traktandiert sind zwei weitere Kreditbegehren. Die Erneuerung der Kanalisation Chugeli kostet 400 000 Franken, die Sanierung der Nägelistrasse (Strasse, Kanalisation, Netzstrasse) 460 000 Franken. Schliesslich soll das Baugebührenreglement bezüglich Feuerungskontrolle ergänzt werden.

Steuerfuss 105 Prozent bleibt

Der Voranschlag 2016 schliesst mit einem Gewinn von knapp 40 000 Franken ab. «Schwarze Null», sagte Lenzin. Der Steuerfuss soll bei 105 Prozent bleiben, dies angesichts «grosser Investitionsvorhaben»: Musikvilla, Kindergarten, Feuerwehr, Werkhof.

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