Lenzburg

Eine Brocki, die alles andere als verstaubt ist

Heller Secondhand-Shop: Jugendliche und Verantwortliche machen bei den Einrichtungsarbeiten eine Pause.

Heller Secondhand-Shop: Jugendliche und Verantwortliche machen bei den Einrichtungsarbeiten eine Pause.

Jugendliche, die auf Jobsuche sind, haben geholfen, die Brocki aufzupeppen: Ab morgen Freitag öffnet sie die Türen und zeigt sich in ihrem neuen Kleid.

Bücher, Lampen, Kleider, Geschirr – im Secondhand-Shop im Areal der Wisa-Gloria herrscht momentan ein buntes Durcheinander: Der Raum wird neu gestaltet, morgen Freitag feiert er Wiedereröffnung.

Die Brocki ist ein Arbeitsbereich von Ipsylon. Der Verein existiert seit rund sieben Jahren und unterstützt Schulabgänger und Jugendliche aus dem Kanton, die noch keine Lehre oder Arbeitsstelle gefunden oder ihre Ausbildung abgebrochen haben. 120 Jugendliche betreut Ipsylon jährlich.

Für das Beschäftigungs- und Bildungsprogramm hat sich der Verein auf einem Stockwerk in der Wisa-Gloria eingemietet. Auf Auftrag werden hier Schränke restauriert, spezielle Fotos gerahmt oder Stühle hübsch bemalt. Die Jugendlichen produzieren Globi-Strassentafeln und kochen in der eigenen Kantine.

Shop mit Shabby-Chic

Gemeinsam richten die jungen Menschen den neu gestalteten Shop ein. «Wir haben viel fortgeworfen. Weniger ist mehr», sagt Alexandra Chiesa lachend. «Wir wollen vom schmuddligen Image einer Brocki wegkommen und uns optisch von anderen Läden abheben.» Die Neugestaltung sei auch eine Art Wertschätzung für die Mitarbeiter und Jugendlichen. «In schönen und hellen Räumen zu arbeiten motiviert.» In Holzgestellen liegen Wollknäuel, an selbst gezimmerten Holzständern hängen Hüte. Es gibt eine Café- und Spielecke für Kinder. Bücher stapeln sich in den Regalen, und auf einem pinkfarbenen Tisch liegen Stoffbahnen. Ein Paradies für Näherinnen.

«Die Stoffe haben wir von einer Designerin erhalten», so die Leiterin. Die Jugendlichen haben antike Schränke und Bilderrahmen restauriert, darin hängen Kleider T-Shirts, stehen Geschirr, Dekos. Die alten Schränke, Beistelltische und Kommoden sind in hellen und pastellfarbenen Farben gehalten. Bewusst: Die Brocki soll Shabby-Chic haben.

Vermehrt wolle man in der Brocki Sachen verkaufen, die zur Saison passen, sagt Chiesa. Das meiste sei Kommissionsware: Leute bringen sie. Wird sie verkauft, erhält der «Lieferant» 50 Prozent des Verkaufs. Ipsylon fördert die Jugendlichen auch schulisch und unterstützt sie durch Coaching. Insbesondere die kreative Arbeit mache den Jugendlichen Spass», sagt Alexandra Chiesa. «Sie entdecken neue Fähigkeiten an sich und werden selbstbewusster.» Für die Betroffenen sei es schwierig, ohne Lehre oder Arbeitsstelle dazustehen. Sie fühlten sich ziellos. «Wir wollen ihnen Mut und Zuversicht geben. Oft passieren dabei Wunder.» Ipsylon wird durch das kantonale Amt für Wirtschaft finanziert.

Wiedereröffnung: Die Brocki öffnet morgen Freitag ab 10 Uhr ihre Tore. Am Samstag, zwischen 9 und 16 Uhr, findet ein Tag der offenen Tür statt.

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