Beinwil am See/Birrwil
Eine gut fliessende Zusammenarbeit

Die neu erstellte Netzwasserleitung zwischen den Nachbargemeinden wurde am Montag offiziell eingeweiht.

Fritz Thut
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Die offizielle Einweihung der Netzwasserverbindungsleitung Birrwil–Beinwil am See mit (von links) Gemeindeammann Peter Lenzin, Vizeammann Matthias Räber, Brunnenmeister-Stellvertreter Peter Siegrist aus Beinwil am See; Brunnenmeister Hanspeter Wyss, Gemeinderat Thomas Forrer und Gemeindeammann Verena Christen aus Birrwil.

Die offizielle Einweihung der Netzwasserverbindungsleitung Birrwil–Beinwil am See mit (von links) Gemeindeammann Peter Lenzin, Vizeammann Matthias Räber, Brunnenmeister-Stellvertreter Peter Siegrist aus Beinwil am See; Brunnenmeister Hanspeter Wyss, Gemeinderat Thomas Forrer und Gemeindeammann Verena Christen aus Birrwil.

Fritz Thut

Strahlende Gesichter allenthalben. Beim Pump-Kontrollschacht an der Zelglistrasse in Birrwil, unweit der Grenze zu Beinwil am See, wurde am Montag auf den Abschluss eines gelungenen gemeindeübergreifenden Werkes angestossen: Die neu verlegte Netzwasserleitung verbindet die Wasserversorgungen der beiden Dörfer.

Aus höherer Warte betrachtet, sei dies vielleicht nur ein kleines Projekt, räumte der Böjuer Vizeammann Matthias Räber ein, doch für die beiden Gemeinden sei die Leitung «von enormer Bedeutung und kann als Meilenstein unserer Versorgung bezeichnet werden».

Wie für jedes überkommunale Projekt habe es auch hier «eine Vision, einen Anstoss, den politischen Willen und eine faire Partnerschaft» gebraucht, so Räber. Alle Ingredienzien seien hier vorhanden gewesen. Obwohl Birrwil ja eigentlich genug Wasser habe, gab dessen Generelles Wasserversorgungs-Projekt (GWP) den Anstoss für den Bau der Verbindungsleitung. Beinwil am See bezieht Wasser von Birrwil und Menziken.

Nachdem eine regionale Lösung in grösserem Rahmen Mitte der Nuller-Jahre gescheitert ist, unternahmen die direkt betroffenen Brunnenmeister aus Böju und Berbu zusammen mit den zuständigen Gemeinderäten einen neuen Anlauf. Aus der damaligen Vorstudie entstand das nun abgeschlossene Projekt. Gemäss Räber hat der Anstoss aus Birrwil «einiges ins Rollen gebracht».

Losgelöst vom «Gärtlidenken» habe man pragmatisch nach Lösungen gesucht, um das «Wasser, unser höchstes Gut», sinnvoll zu verteilen. «Schnell und unkompliziert» habe man auch Menziken mit an den Tisch gebracht. Theoretisch kann nun mit der neuen Leitung Wasser aus Menziken bis Birrwil befördert werden. Beinwil am See wirkt da als Relaisstation; entsprechende Belastungstests des dortigen Wassernetzes verliefen erfolgreich.

Nur für Spitzen und Notfälle

560 Meter lang ist die neue Leitung, die parallel zum Radweg von der Zelglistrasse in Birrwil bis zur Industriestrasse in Beinwil am See verläuft. Die Gemeindeautonomie bleibt gewahrt: In Birrwil wurde die Leitung in Polyethylen ausgeführt, in Beinwil am See im ortstypischen Guss. Eine bautechnische Herausforderung war die Unterquerung des Wilibachs. Nach der langen Vorbereitungs- und Planungsphase dauerte die effektive Bauzeit weniger als vier Monate.

Zwischen den beiden Gemeinden wurde gestern ein neuer Wasserliefervertrag für die nächsten zehn Jahre unterzeichnet. Benötigt wird die neue Leitung nicht im Normalbetrieb, sondern nur um Spitzen oder Notfallsituationen abzudecken. Um Totwasser zu vermeiden, wird wöchentlich zehn Kubikmeter Wasser in die eine und später in die andere Richtung gepumpt.