Niederlenz

Eine Vision befindet sich in Niederlenz auf dem Weg zur Realität

Auf dem Grünstreifen in der linken Bildmitte sollen drei Neubauten entstehen; am rechten Bildrand das bestehende Alters- und Pflegeheim.

Auf dem Grünstreifen in der linken Bildmitte sollen drei Neubauten entstehen; am rechten Bildrand das bestehende Alters- und Pflegeheim.

Am äusserst gut besuchten Informationsabend in Niederlenz wurde das Projekt «Wohnen am Hübelweg» vorgestellt. In unmittelbarer Nähe zum bestehenden Alters- und Pflegeheim sollen 20 bis 23 altersgerechte Wohnungen entstehen.

Obwohl in der Einladung der Ortsbürgergemeinde und der Wohnbaugenossenschaft «Wohnen am Hübelweg» nirgends der Begriff Alterswohnung auftauchte, war die Mehrheit der Besucher am Informationsabend gesetzteren Alters.

«Wir haben eine Vision», sagte Gemeindeammann Maurice Humard einleitend. «Wir wollen ein Dorf für alle Lebenslagen sein und im Dorfzentrum preisgünstigen, attraktiven und altersgerechten Wohnraum anbieten können.»

Wem das eigene Haus zu gross und der Garten zu mühsam geworden sei, habe auf der Suche nach einer kleinen Wohnung oft nach Lenzburg oder Möriken ausweichen müssen, weil entsprechende Angebote in Niederlenz fehlen. «Unser Ziel ist es aber, die Leute im Dorf zu behalten», bekräftigte Humard.

40 Aren Bauland im Dorfzentrum

Die Ortsbürgergemeinde besitzt im Dorfzentrum von Niederlenz rund 40 Aren Bauland, das sie im Baurecht abtreten würde. Ein entsprechender Antrag wird der Gemeindeversammlung im November unterbreitet.

«Ein idealer Standort für altersgerechte Wohnungen an zentraler, aber ruhiger und attraktiver Hanglage in unmittelbarer Nähe des bestehenden Alters- und Pflegeheims am Hungeligraben» erläuterte Humard. 2011 bewilligten die Ortsbürger einen Planungskredit von 800 000 Franken, im Jahr darauf einen Nachtragskredit von 200 000 Franken für einen Projektwettbewerb. Aus diesem ging das Projekt «Polydora» als Sieger hervor und soll nun realisiert werden.

Vizeammann Gabi Lauper, die das Vorhaben von Anfang an begleitet hat, erläuterte das Projekt. Es besteht im Wesentlichen aus drei Neubauten am Hübelweg, einer zentralen Tiefgarage sowie einem weiteren Neubau als Ersatz für das Ida-Kull-Haus an der Hauptstrasse.

Geplant sind 20 bis 23 rollstuhlgängige Zweieinhalb- und Dreieinhalb-Zimmer-Wohnungen in drei Geschossen. «Es bestehen noch einige baurechtliche Knackpunkte, die bis Ende September jedoch bereinigt sein sollten», führte Gabi Lauper aus.

Genossenschaft als Trägerschaft

Nach Abwägung der Vor- und Nachteile verschiedener Geschäftsmodelle habe man sich für die Gründung einer gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft mit dem Namen «Genossenschaft Wohnen am Hübelweg» entschieden, erläuterte Heini Haller.

Nach Erledigung aller Formalitäten könnte die Gründungsversammlung zwischen Ende 2013 und Frühling 2014 stattfinden. Bereits besteht auch ein Finanzierungsmodell für die auf rund 12 Mio. Franken geschätzten Kosten.

Gemäss diesem Modell würden 2,4 Millionen durch das Gesellschaftskaptal und gebundene Darlehen erbracht, 1,2 Millionen als Fonds de Roulement, 3,6 Millionen von der Emissionszentrale des Bundes und 4,8 Millionen als Darlehen der Ortsbürgergemeinde und/oder Bankdarlehen.

Vom Alters- und Pflegeheim könnten diverse Dienstleistungen in Anspruch genommen werden, wie Hauswartung, Reinigung, Wäscheservice, Mahlzeitendienst, Restaurant, Notruf und Verwaltung. «Aber keine Pflege», betonte Humard. Diese müsste von der Spitex erbracht werden.

Beim anschliessenden Apéro bestand Gelegenheit, mit den Verantwortlichen des Projektes weitere Einzelheiten zu besprechen. Bereits konnte man auch sein unverbindliches Interesse als Genossenschafter oder künftiger Mieter anmelden.

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