An der Eisengasse in Lenzburg steht eine sechs Meter hohe Wendeltreppe für eine Katze. Die Treppe ist im Anschluss an McArthurs Pub an die Wand befestigt und führt in eine Wohnung im ersten Stock. Die Treppe sieht so speziell aus, dass sie dem Chefredaktor der Zeitung «Bernerbär» auffiel, der neulich im Pub sass.

Der Sommerreporter machte sich auf den Weg. Da auf einer Katzentreppe eine Katze nicht fehlen darf, war der erste Stopp des Sommerreporters aber nicht Lenzburg, sondern das Naturmuseum Naturama in Aarau. Dort dreht sich die aktuelle Ausstellung um Haustiere und der Sommerreporter fragte nach einer Hauskatze. Eine solche gab es, ausgestopft, und die Ausstellungsleiterin Elisabeth Weingarten war so freundlich, die Katze für eine Stunde auszuleihen.

Die Fahrt nach Lenzburg verbrachte das Tier auf dem Rücksitz des Autos, aber da die Altstadt von Lenzburg autofrei ist, musste die Katze die letzten Meter getragen werden. Eine ältere Frau auf dem Markt fragte erschrocken: «Ist das nicht meine?», und war beruhigt zu hören, dass es sich bei der Katze um ein Museumsstück handle.

Spezialtreppe für 1000 Franken

Der Sommerreporter klingelte bei den Besitzern. Sandra Niederer und Michael Geissberger erzählten, wie sie die Wendeltreppe extra von einem Katzentreppenprofi im Kanton Nidwalden erstellen liessen. Die handgefertigte Treppe kostete rund 1000 Franken und wurde mit Kabelbindern befestigt.

In die Aussenmauer ihrer Wohnung wurde ein Loch gebohrt, durch das die Katze ein und aus gehen kann. Die Katze brauchte zwei Wochen, bis sie sich an die Treppe gewöhnt hatte. Jetzt steigt sie mehrmals täglich hinauf und hinunter. Manchmal steigt sie auch extra die Treppe runter, um sich ins McArthurs Pub zu setzen. Ein Bier hat sie allerdings noch nie bestellt.