Beinwil am See

Es kommt zu einer Kampfwahl zwischen zwei Erfahrenen

In «Böju» aber kommt es zur Kampfwahl.

In «Böju» aber kommt es zur Kampfwahl.

Ein Freisinniger und eine Parteilose wollen in die Finanzkommission. Während Thomas Guber zuerst das Gefühl hatte , dass man krampfhaft einen Kandidaten sucht, möchte Ursula Hächler-Probst Frauen motivieren, sich politisch einzubringen.

Keine alltägliche Meldung in einer Zeit, in der es die Gemeinden zunehmend schwer haben, alle Ämter zu besetzen. In Böju aber kommt es zur Kampfwahl. Es geht um den frei werdenden Sitz von Patrick Wetli (FDP) in der Finanzkommission (Fiko).

Ein Mann und eine Frau stellen sich zur Wahl. Er heisst Thomas Gubler und ist offizieller Kandidat der FDP. Sie heisst Ursula Hächler-Probst und ist parteilos. Beide zeichnen sich durch jahrzehntelange Erfahrung in Geschäftsleitungen aus.

Einzig den Bürgern verpflichtet

Die Vorstellung der Kandidaten richtet sich nach dem Motto «Ladies first»: Die 56-jährige Ursula Hächler-Probst bringt über 35 Jahre Erfahrung im Finanz- und Personalwesen mit, aktuell arbeitet sie als Leiterin Finanzen bei der Solarmarkt GmbH in Aarau. In ihrem früheren Wohnort Zeihen sass sie zudem sechs Jahre in der regionalen Steuerkommission. Sie ist verheiratet und seit einem knappen Jahr in Beinwil am See ansässig.

Nun möchte sie auch hier die Politik mitgestalten. Gerade als Frau: «Ich möchte die Frauen motivieren, sich in politischen Ämtern einzubringen», so Hächler-Probst. Zudem möchte sie einen Beitrag zu gesunden Finanzen und Nachhaltigkeit leisten.

Um dies zu tun, muss sich Hächler-Probst einer Kampfwahl stellen. Ohne Partei im Rücken: «Ich wollte nie in eine Partei, so bin ich einzig den Bürgern verpflichtet.» Sie bestätigt, dass sie bei den Gesamterneuerungswahlen 2017 wieder zur Verfügung stehen wird – im Fall, dass es zu Ende der Amtsperiode weitere Rücktritte gibt.

Ein Ehepaar, zwei Parteien

Ebenso Thomas Gubler. «Ich habe dazu ja gesagt, das ändert sich nicht innert eines Jahres.» Der 53-Jährige ist Mitglied der Geschäftsleitung von Chocolat Frey AG. Gubler setzt sich gegen Steuererhöhungen und für eine möglichst kleine Verschuldung ein.

«Ich möchte einen guten Mix zwischen den Wünschen und dem Machbaren gewährleisten.» Er wohnt seit zehn Jahren in Böju und ist mit Alt-SVP-Grossrätin Claudia Gubler-Hofmann verheiratet. Er FDP, sie SVP: Führt das nicht zu Konflikten? «Den Diskussionen mit ihr stelle ich mich gerne», antwortet er.

Als sich Gubler aufstellen liess, erwartete er keine Kampfwahl: «Ich hatte eher das Gefühl, dass man krampfhaft nach einem Kandidaten sucht.» Er begrüsst die Entwicklung jedoch: «Wettbewerb ist immer belebend, so auch in diesem Fall. Nun müssen sich die Bürger auch mit der Materie auseinandersetzen.»

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