Seon/Zürich

Extrembergsteiger Dani Arnold klettert mit neuer Mammut-Kollektion durch den Jelmoli

Mammut hat in Zürich seine neue Eiger-Extreme-Kollektion präsentiert. Die Kollektion soll dem schwächelnden Outdoor-Hersteller aus Seon Schub geben. Bei der Premiere in Zürich kletterte Extrembergsteiger Dani Arnold durch den Jelmoli.

Der Zürcher Jelmoli leuchtet in den Farben Orange und Blau. Drinnen, im gesperrten 4. Stock, flitzt Servicepersonal in orangefarbenen Schürzen zwischen rund 200 geladenen Gästen hindurch. Diese trinken an blau leuchtenden Stehtischen vorwiegend Bier, Aperol Spritz und Champagner. Das Licht ist gedämpft, die Stimmung locker. Im Hintergrund lässt der DJ Bässe wummern.

Es ist Donnerstagabend, der grosse Abend für Mammut: Der Sportbekleidungshersteller aus Seon hat zur Premiere der Eiger Extreme Kollektion 2017 geladen, die prestigeträchtige blau-orange Linie für Eiskletterer und Alpinisten. Unter die Gäste haben sich prominente Extrembergsteiger gemischt: Stephan Siegrist, Dani Arnold und David Lama. Das Trio war an der Entwicklung der Kollektion beteiligt.

«Ich hing an einer Wand und hatte viele Leute um mich herum, die Schnittmuster nahmen», sagt Dani Arnold auf die Frage von Moderator René Rindlisbacher, wie die vierte Generation der Eiger-Kollektion entwickelt wurde. Das Ziel dieses Vorgehens formuliert Mammut-CEO Oliver Pabst dann so: «Jedes Teil soll sich anfühlen wie eine zweite Haut.» Das sei gelungen, erzählt Stephan Siegrist. Der Berner Alpinist begleitet seit 1995 alle Eiger-Kollektionen. «Die erste Kollektion war so schwer, dass ich sie heute nicht mehr lange tragen könnte.»

Mammut erfindet sich neu

Die neue Eiger-Kollektion und deren Erfolg ist für Mammut wichtig. Die fetten Jahre der Freizeitbekleidungsbranche sind vorbei, seit 2014 kämpft Mammut mit sinkenden Umsätzen. Der achtgrösste Outdoor-Anbieter der Welt will sich deshalb neu erfinden: CEO Oliver Pabst setzt auf Digitalisierung, neue Innovationen und Expansion nach Asien.

Der Turnaround drückt auf den Gewinn der Muttergesellschaft Conzzeta: Im saisonal schwächeren 1. Halbjahr 2017 fuhr Mammut einen Betriebsverlust von 9,9 Millionen Franken ein (Vorjahr: -4,5 Mio.). Dieses Ergebnis ist laut dem börsenkotierten Mischkonzern im Rahmen des Strategieprogramms eingeplant. Der Turnaround verursacht Mehrkosten und werde sich frühestens im zweiten Semester 2018 spürbar auf den Umsatz auswirken. Wichtig ist hier auch die neue Eiger-Kollektion, die an der Bilanzmedienkonferenz von Conzzeta im März explizit erwähnt wurde.

Kletterpartie durch den Jelmoli

Die Kollektion wurde denn auch generalstabmässig lanciert. Noch während der Präsentation im Jelmoli rückten wenige hundert Meter weiter im Mammut-Store an der Löwenstrasse Mitarbeiter das neue Eiger-Sortiment ins beste Licht. Zum ersten Mal in der Geschichte von Mammut wird eine Kollektion weltweit gleichzeitig lanciert. In der Nacht auf Freitag wurde zudem der neue Online-Shop aufgeschaltet. Mammut will diesen Absatzkanal stärken.

Aufwendig endet auch die Premiere im Jelmoli: Dani Arnold und David Lama klettern in der neuen Bekleidung vom Erdgeschoss in den 4. Stock. Die Ausrüstung hält, nur eines hat sich seit der ersten Eiger-Kollektion 1995 nicht verändern: Die Schweisstropfen auf der Stirn nach einer Kletterpartie.

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