Hallwil

Frau Müller wird bald 100-jährig – doch niemand wollte sich um sie kümmern

Geri fehlt ein Bein, Frau Müller ist bald 100 Jahre alt und das jüngste Mitglied in der Ruth Hubers Auffangstation ist unglaublich winzig.

Geri fehlt ein Bein, Frau Müller ist bald 100 Jahre alt und das jüngste Mitglied in der Ruth Hubers Auffangstation ist unglaublich winzig.

Ruth Huber bietet über 250 heimatlosen Schildkröten ein Zuhause. Doch die einzige Auffangstation im Aargau platzt aus allen Nähten. Die Tierfreundin erzählt von den Schicksalen ihrer Schützlinge.

Bis jetzt hat Ruth Huber, Präsidentin der IG Schildkrötenfreunde AG, noch grüne Wiese für ihre Schildkröten, berichtet Tele M1 am Dienstag. Doch immer mehr Tiere sammeln sich in ihrem Garten. Letztes Jahr kamen 250 Schildkröten zu ihr.

Die meisten Tiere in der Auffangstation haben eine schlimme Zeit hinter sich. "Der Panzer einer Schildkröte war einfach angefressen. Man sieht, dass an diesem Panzer stundenlang gekaut wurde", erklärt Huber. Für Marder und Füchse sind Schildkröten eine leichte Beute, wenn diese im Garten nicht ausreichend geschützt sind.

Neuanfang auf drei Beinen

Auch die dreibeinige Schildkröte Geri erlitt ein schweres Schicksal. "Geri muss jetzt erst lernen auf drei Beinen zu laufen. Dann wird er in eine andere Gruppe integriert. Ich hoffe er packt es", sagt Ruth Huber. Hubers jüngste Schildkröte bereits die 88-igste Schildkröte, die dieses Jahr in die Auffangstation kam. Mit zwei Gramm Körpergewicht ist sie ein richtiges Federgewicht.

Schildkröten können über 200 Jahre alt werden. Auch Schildkrötendame Frau Müller feiert schon bald ihren 100-jährigen Geburtstag. Die hohe Lebenserwartung der Tiere ist ein Grund, warum so viele Tiere in der Auffangstation landen. "Wenn eine Schildkröte artgerecht untergebracht und gehalten wird, erreicht sie ein hohes Alter kann den Halter überleben. Oftmals will aber niemand das Tier übernehmen", entgegnet Huber.

Weiter landen laut Tele M1 Schildkröten in der Auffangstation, weil die Besitzer umziehen und es im neuen Zuhause keinen Garten gibt.

Ausserdem gibt es nur wenige Tierfreunde, die dazu bereit sind, verletzte Tiere aufzunehmen. Eine davon, ist Pascale Osterwalder aus Boniswil. Ohne sie wären noch mehr Schildkröten in der Auffangstation von Ruth Huber. "Ich habe mehr Freude daran jemanden aufzunehmen der es nicht so gut hatte. So kann ich dem Tier etwas bieten," so Osterwalder.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1