Schon von Weitem ist der Kran vor dem Seoner Hallenbad zu sehen. Vor dem Eingang reihen sich Container an Container: Die Gemeinde erneuert das Schwimmbad für 7,68 Millionen Franken. Es ist die erste Totalsanierung für das 1974 erstellte Bad. Auf allen drei Etagen im Innern sind die Arbeiten im Gange. Was zu schwer für die Arbeiter ist, hebt der Kran heraus.

Rund um das 25 Meter lange Schwimmbecken sind Gerüste aufgestellt. Sie sollen verhindern, dass einer der Bauarbeiter ins leere Becken hineinfällt. Zudem wurde im Leim unterhalb der Plättchen neben dem Becken Asbest festgestellt. Dieser muss nun vorsichtig entfernt werden. Für diese Asbestsanierung kommen die Gerüste ebenfalls zur Anwendung. «Dann wird hier ein Tunnel aufgestellt, um ein Vakuum zu erzeugen», sagt Roger Fuchs, der Betriebsleiter der Badi. Der Unterdruck verhindere, dass die Asbestfasern beim Rausspitzen in die Luft geraten würden, erklärt er und fügt an: «Für die Gäste bestand nie eine Gefahr.» Denn der Werkstoff wird erst dann gesundheitsgefährdend, wenn bei Renovationsarbeiten Asbestfasern freigesetzt und eingeatmet werden.

Auch im Untergeschoss müssen die Arbeiter noch asbesthaltigen Leim entfernen. In den Garderoben sind die Plättchen deshalb noch drin. Einige Wände werden bald rausgeschlagen, um Platz für die neue Saunalandschaft zu schaffen. In jeder Ecke sind Arbeiter anzutreffen. Die einen bauen die elektrischen Installationen zurück, andere Heizung, Wasserleitungen und sanitäre Anlagen. Bereits verschwunden ist die Wasseraufbereitung unter dem Becken. «Die ganzen technischen Anlagen werden durch neue ersetzt», sagt Fuchs.

Im ersten Stock befördern Arbeiter Abfälle über die Bauschuttrutsche in den Container auf dem Parkplatz. Es liegt Staub in der Luft. Wo sich früher der Schwitzbereich und die Duschen befanden, liegen jetzt Backsteine übereinander am Boden. Ansonsten ist die Etage fast komplett ausgehöhlt. Von der gemischten und der Frauen-Sauna sowie dem Bodenbelag ist nichts mehr zu erkennen. Es wird Platz geschafft für die ärztliche Gemeinschaftspraxis, die mit der Eröffnung in knapp neun Monaten einziehen soll.

Mit der Sanierung wird das einzige Hallenbad der Region für die nächsten 25 Jahre flott gemacht. Anfang Juni öffnen die Blockhaussauna und das Restaurant wieder. Die Gartenwirtschaft erhält während der Umbauarbeiten einen neuen Plattenboden, eine Pergola und eine neue Beleuchtung. Anfang 2020 soll das Bad wieder eröffnet werden.