Bauprojekt

«Gartenhaus» für 3 Millionen – Seengen plant einen neuen Kindergarten

Der geplante Kindergarten soll eine erdgeschossige Holzkonstruktion werden.

Der geplante Kindergarten soll eine erdgeschossige Holzkonstruktion werden.

In Seengen soll im Quartier Hinterdorf ein neuer Kindergarten entstehen. Grund dafür sind nicht die Kapazitätsgrenzen – im Gegenteil, die Gemeinde möchte so Reserven schaffen.

Seengen baut einen neuen Kindergarten. Die Gemeinde macht dies aber nicht, weil sie unmittelbar an ihre Kapazitätsgrenzen gestossen ist, wie Gemeindeammann Jörg Bruder sagt: «Wir sind in einer komfortablen Lage und können für die Zukunft planen.» Die aktuelle Lage ist wie folgt: Derzeit hat Seengen vier Kindergartenabteilungen. Eine beim Kindergarten Rotes Haus und drei beim Kindergarten Post. Die Abteilung Kindergarten Rotes Haus soll ersetzt werden, der Kindergarten war an diesem Standort nur eingemietet.

Eine Kindergartenabteilung in Reserve

Dafür will die Gemeinde einen Standort mit zwei Abteilungen beim neuerschlossenen Quartier Hinterdorf realisieren. Der Kindergarten Post wird derzeit mit drei Abteilungen geführt, dies soll sich jedoch ändern.

Sobald der geplante Kindergarten in Quartier Hinterdorf realisiert ist, soll derjenige bei der Post auf zwei Abteilungen reduziert werden. «So haben wir für die Zukunft noch offene Reserven», sagt Jörg Bruder. Die Gemeinde Seengen hatte per Ende Dezember 2019 insgesamt 4114 Einwohnerinnen und Einwohner, somit ist Seengen innerhalb eines Jahres um 2,5 Prozent gewachsen.

Gemeinde will Landreserven für weiteres Gebäude nutzen

Das Quartier Hinterdorf bietet sich als neuer Standort an: «Das Gebiet erlebt ein starkes Wachstum», sagt der Gemeindeammann. Zudem sei es so möglich, vielen Kindern einen sicheren Fussweg in den Kindergarten zu ermöglichen. Realisiert wird das Projekt «Gartenhaus» vom Architekturbüro S2 Architekten GmbH aus Zürich. Für das Siegerprojekt habe sich die Jury (bestehend aus zwei Gemeinderäten, Fachpreisrichtern und Experten in beratender Funktion) entschieden, weil es den Anforderungen der Gemeinde entsprochen habe, so Bruder. «Eine Auflage war für uns sehr wichtig, nämlich, dass nicht die ganze Parzelle überbaut werden darf.»

Grund dafür: Die Gemeinde möchte die Landreserven für ein weiteres Gebäude nutzen. Was für eines das sein wird, ist derzeit noch nicht klar: «Aber es wird sicher ein öffentlicher Bau sein», sagt Bruder. Das zukünftige Gebäude soll über die Hinterdorfstrasse erschlossen werden. Der Kindergarten wird erdgeschossig sein, eine weitere Vorgabe der Gemeinde. Zudem werden die beiden Abteilungen räumlich getrennt sein. Sie sind jedoch über einen Durchgang verbunden.

Das Projekt «Gartenhaus» ist als Holzkonstruktion mit vielen Fenstern geplant. «Am Schluss möchten wir einen funktionalen Kindergarten, der sich gut in die Umgebung einfügt», sagt Bruder.

Wieso eine Verspätung beim Bezugstermin nicht tragisch ist

Die Kosten für das Projekt: rund 3 Millionen Franken. Der Kredit soll an der Sommergmeind 2021 beantragt werden, welche am 4. Juni stattfindet. Ab dem Schuljahr 2022/2023 sollen die ersten Kindergartenkinder das «Gartenhaus» besuchen können.

Der Termin ist aber nicht in Stein gemeisselt, wie Jörg Bruder sagt. «Die Planung und Realisation müssen seriös sein und sollen nicht unter Zeitdruck geschehen. Wir sind, wie schon gesagt, in einer komfortablen Situation, auch wenn sich der Bezugstermin nach hinten verschieben sollte, haben wir noch genug Kapazität.»

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