Gemeindeverwaltung
180 Stellenprozente mehr in Rupperswil?

Die Gemeindeversammlung vom 4. Juni wird sich einmal mehr mit dem heissen Eisen befassen müssen – weil das Dorf anhaltend wächst.

Florian Wicki
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Die Gemeinde Rupperwil ist in den letzten Jahren gewachsen.

Die Gemeinde Rupperwil ist in den letzten Jahren gewachsen.

Walter Bieri / KEYSTONE

Der Gemeinderat Rupperswil meint es ernst und versucht es nochmals: Bereits im November 2019 hat er der Gemeindeversammlung eine Erhöhung des Stellenplans der Gemeindeverwaltung um 340 Prozent vorgeschlagen. Gemeindeammann Ruedi Hediger sagte damals, das Verwaltungspersonal sei am Anschlag und könne seine Aufgaben nicht mehr vollumfänglich und fristgerecht erledigen: «Es kann nicht sein, dass um 20 Uhr in gewissen Büros regelmässig noch das Licht brennt.»

Laut Experten ist noch mehr Personal nötig

Genehmigt wurden damals von den 340 nur 240 Prozent. Beim Rest musste der Gemeinderat erneut über die Bücher. Um abzuklären und aufzuzeigen, ob es diese Aufstockung wirklich braucht, wurde mit der Firma BDO AG ein externer Dienstleister mit einer Organisations- und Ressourcenanalyse beauftragt.

Die kam zum Schluss, dass nicht nur 100 zusätzliche Stellenprozent nötig sind, sondern deren sogar 180, wie der Einladung zur Gemeindeversammlung vom 4. Juni zu entnehmen ist: 40 Prozent für die zentralen Dienste, 40 Prozent für Finanzen und Informatik, 40 Prozent für die Steuer- und 40 Prozent für die Bauverwaltung sowie weitere 20 Prozent für die Sozialen Dienste.

Grund für den laut Gemeinderat dringend notwendigen Personalausbau ist das enorme Wachstum, das die Gemeinde in den letzten Jahren durchlaufen hat: Seit dem letzten Antrag vom November 2019 seien schon wieder 160 Personen nach Rupperswil gezogen, sodass sich die Einwohnerzahl inzwischen bereits auf 5655 Einwohnerinnen und Einwohner beläuft.

Neu 48'000 Franken für den Gemeindeammann?

Seit 2013, also seit der Gemeinderat zum letzten Mal eine Lohnerhöhung bekommen hat, sei Rupperswil sogar um satte 12 Prozent gewachsen, was sich in etwa gleichermassen auf das Arbeitsvolumen des Gremiums niedergeschlagen habe.

Deswegen beantragt der Gemeinderat, die Entschädigung des Gemeindeammanns von 43'000 auf 48'000 Franken, jenen des Vizeammanns von 23'000 auf 26'000 Franken und die Saläre der übrigen Gemeinderäte von 21'000 auf 23'000 zu erhöhen. Daneben betont er, dass etwa gleich grosse oder auch kleinere Gemeinden teilweise deutlich höhere Entschädigungen bezahlten.

Wachstum sorgt für Überschuss

Letztlich hat das Rupperswiler Wachstum aber auch sein Gutes, sah die Rechnung des Jahres 2020 doch insbesondere wegen der Neuzuzüger um einiges sonniger aus als noch das Budget. So schloss die Gesamtrechnung mit einem Gewinn von 49675 Franken ab und somit 566'400 Franken besser als ursprünglich budgetiert.

Weiter beantragt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung zwei Kredite zur Genehmigung: So sollen für 578'500 Franken die Werkleitungen am Haldenweg und für 200'000 Franken die Trafostation am Sandweg saniert werden. Am Haldenweg müssen rund 115 Meter Strassenbelag ersetzt sowie die Wasserleitung aus Grauguss mit einer Kunststoffleitung ausgetauscht werden. Ausserdem soll die Kanalisationsleitung repariert sowie die bestehende Elektroversorgung durch ein neues erdverlegtes Kabel ergänzt werden.

Am Sandweg muss die Mittelspannungsanlage der Trafostation allmählich saniert werden, um Ausfälle und zukünftige hohe Wartungskosten zu vermeiden.

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