Modernisierung

Glasfasernetz geplant: Yetnet Rupperswil steht vor dem grossen Techno-Sprung

Präsident Tobias Oswald erklärt die Vorteile eines Glasfaserkabels.

Präsident Tobias Oswald erklärt die Vorteile eines Glasfaserkabels.

Rund 25 Prozent der Einwohner von Rupperswil setzen beim Fernseh- und Telefonanschluss auf Yetnet. «Die lokale Verankerung ist auch beim Netzanbieter wichtig», sagt Präsident Tobias Oswald. Mit seiner Firma plant er nun die Einführung von Glasfasernetz.

Wer früher einen Telefon- und Fernsehanschluss wollte, suchte nicht gross nach Angeboten. «Viele Quartiere und Dörfer hatten damals ihre eigenen Antennen, man schloss sich zu einer Genossenschaft zusammen und jeder, der beitrat, erhielt einen Fernseh- und Telefonanschluss», erklärt Tobias Oswald, Verwaltungsratspräsident der Yetnet Genossenschaft in Rupperswil.

Auch das Verlegen der Leitungen lief vor einigen Jahrzehnten noch anders ab, wie Oswald sagt: «Oft wurde einfach ein Graben durch den Garten gezogen und die Kabel wurden in die Erde gelegt.»

«Wir arbeiten auf 1600 bis 1700 Kunden hin»

Heute ist die Situation anders. Wer einen Anbieter sucht, kann zwischen zahlreichen verschiedenen national agierenden Firmen auswählen. Kabel werden nicht mehr nur lose in die Erde gelegt, sondern in Rohre direkt unter den Strassen.

Doch auch heute entscheiden sich immer noch viele für eine lokale Lösung, wenn es um den Fernseh- und Telefonanschluss geht. In Rupperswil sind dies aktuell rund 1400 Personen. Das sind rund 25 Prozent der aktuell 5521 Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde. Tobias Oswald ist mit der Kundenanzahl zufrieden: «Natürlich möchten wir uns immer steigern, wir arbeiten auf 1600 bis 1700 Kunden hin», sagt der 37-Jährige.

Einen der grössten Pluspunkte der Yetnet Genossenschaft Rupperswil sieht er in der Lokalität. «In Zeiten von Corona haben viele angefangen, lokaler einzukaufen, ich bin der Meinung, dass in der heutigen Zeit Lokalität auch beim Netzanbieter wichtig ist. Wir als lokaler Dienstleister können schneller reagieren, oft kommt es auch vor, dass ich bei Problemen angerufen werde.»

Kostspielige Modernisierung gestartet

Derzeit arbeitet die Genossenschaft daran, ihre Infrastruktur im Dorf zu modernisieren. Ziel ist es, dass ein Teil des Dorfes Glasfasernetz erhält. «Die Modernisierung soll bis spätestens Ende 2021 abgeschlossen sein, dann sollten 10 Prozent unserer Kunden über das neuste Netz verfügen.» Die Modernisierung ist für die Genossenschaft kostspielig. «Jedes neu angeschlossene Haus kostet uns rund 10000 Franken», sagt Oswald.

Dies sei für sie als lokaler Anbieter schwieriger zu bewältigen, als für die nationalen Anbieter, die über mehr Kapital verfügten. Finanziell sei die Genossenschaft jedoch gut aufgestellt. «Wir haben einen Jahresumsatz von rund 450000 Franken. Die Modernisierung werden wir voraussichtlich zu rund zwei Drittel selbst finanzieren können», so der Rupperswiler. Die restlichen Kosten werde man über einen Kredit finanzieren, der genaue Betrag sei jedoch noch nicht spruchreif.

Wichtig sei es, dass man mit den grossen Playern mithalten könne: «Und das können wir hier in Rupperswil», so Oswald.

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