Corona-Virus

Hallwilersee-Badis sind jetzt abgesperrt – Polizei muss Leute wegweisen

Polizeieinsatz in der Badi Brestenberg am Hallwilersee

Polizeieinsatz in der Badi Brestenberg am Hallwilersee

Die Polizei sperrt die Badeanstalt Brestenberg am Hallwilersee und weist alle anwesenden Personen weg, am 18. März 2020.

Die Gemeinde Seengen liess auf Geheiss der Regionalpolizei ihre fünf Badis absperren. Nicht alle hielten sich an die neue Sperrzone.

Die Sonne scheint, die Vögel pfeifen, es ist frühlingshaft warm. Der Nachmittag am Hallwilersee in Seengen könnte idyllischer nicht sein, und das nutzen zahlreiche Passanten auch aus. Von Corona-Angst merkt man direkt am Wasser wenig. Nur bei der Frauenbadi stutzen einige Spaziergänger für einen Moment. Der Eingang zur Badi ist mit Absperrband der Polizei versperrt.

«Darf man in dem Fall auch nicht mehr aufs WC?», fragt eine Spaziergängerin die Anwesenden verunsichert. Ihr wird von mehreren Seiten beschieden, dass dies sicherlich kein Problem sei, die Toilette liege ja ausserhalb der Badeanstalt. Auch wenige Meter weiter bei der Männerbadi zeigt sich ein ähnliches Bild: Hier ist zwar kein Absperrband zu finden; der Eingangspfad, der über eine Brücke führt, ist jedoch mit einer Kette und einem «Geschlossen»-Schild versperrt.

Ein paar Schritte weiter, an einer Feuerstelle, veranstaltet eine grosse Gruppe gut ausgerüstet mit mehreren Säcken einen Grillnachmittag. Von Panik auch hier keine Spur. Erst, als die Reporterin ein Foto machen will, brausen sie auf.

Zutritt verboten: die Badi Brestenberg am Hallwilersee.

Zutritt verboten: die Badi Brestenberg am Hallwilersee.

Spaziergänger, Jogger und Wanderer kreuzen sich auf den kleinen Wegen Richtung Brestenberg-Badi regelmässig. Die wenigstens sind alleine unterwegs, manche in Zweiergruppen, andere sogar zu dritt oder zu viert. Alleine der Abstand, der beim Kreuzen gehalten wird, lässt erahnen, dass viele wissen: Spaziergänge in der Gruppe sind derzeit keine gute Idee.  

Mehr Ruhe haben sich sicher auch die zwei Frauen gewünscht, die mitten im Wald ein Fotoshooting veranstalten. Das Model trägt ein wallendes Kleid und die Fotografin probiert, gleichzeitig die Kamera zu bedienen und ihren Hund im Blick zu haben.  

Wenig verwunderlich ist, dass auch die Badi Brestenberg grossräumig abgesperrt ist. Der Grund dafür steht auf einem Schild: «Auf Anordnung der Gemeinde Seengen, bleibt die Badeanstalt Brestenberg, infolge des Coronavirus bis auf weiteres geschlossen.»

«Wissen Sie, das Problem beim Corona-Virus ist, dass man ihn nicht sieht», sagt der Mann, der das Gelände absperrt. Die Brestenberg-Badi gehört privaten Besitzern, sie seien von der Gemeinde dazu angehalten worden, alles abzusperren. Die Personen, die er habe wegschicken müssen, hätten nach seiner Erklärungen verständnisvoll reagiert, sagt der Mann. «Sie sind sich der Gefahr einfach nicht bewusst.»

Die Gemeinde sei von der Regionalpolizei darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Badis geschlossen werden müssen. Das sagt Gemeindeammann Jörg Bruder auf Anfrage der AZ. Das Männerbad sei sowieso noch geschlossen gewesen, bei den restlichen Badis sei die Schliessung am Mittwochnachmittag erfolgt.

Trotz Absperrband der Polizei wurde die Sperrzone nicht von allen Besuchern des Sees akzeptiert: Am frühen Abend hatte die Frauenbadi wieder einige Gäste.

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Seit am Dienstag müssen alle Geschäfte, welche nicht der Grundversorgung dienen, geschlossen bleiben. Landesweit kontrolliert die Polizei die Weisung des Bundesrats. Auch die Stapo Aarau war am Mittwoch auf Patrouille.

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