Lenzburg

Hauchdünne Mehrheit im Einwohnerrat entscheidet sich gegen Vaterschaftsurlaub-Motion

Der Einwohnerrat Lenzburg entschied sich gegen die Überweisung der Motion.

Der Einwohnerrat Lenzburg hatte am Donnerstagabend nicht den Mut, einen Schritt in Richtung vierwöchigen Vaterschaftsurlaub zu machen. Also das nachzuvollziehen, was Aarau für seine städtischen Angestellten bereits im Juni 2018 definitiv beschlossen hat.

Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 16 zu 15 Stimmen sprachen sich die Lenzburger Einwohnerräte gegen die Überweisung einer Motion für einen 20-tägigen Vaterschaftsurlaub aus. Der Vorstoss stammte von der SP, den Grünen und der BDP. Unterstützt wurde er von einem SVP-Mitglied und zwei Freisinnigen.

Der Stadtrat hatte Nichtüberweisung beantragt: Dies mit dem Hinweis, dass nächstes Jahr ohnehin eine Überarbeitung des städtischen Dienst- und Besoldungsreglements (stammt aus dem Jahr 2007) anstehe und die Vaterschaftsfrage dann diskutiert werden könne.

In der Diskussion wies Julia Mosimann (SP) darauf hin, dass in der Stadtverwaltung durchschnittlich pro Jahr nur etwa zwei Männer Vaterschaftsurlaub (heute 3 Tage) beziehen würden. Eine Verlängerung auf 20 Tage hätte für die Stadt einen finanziellen Mehraufwand von 6000 Franken zur Folge. «Einer Familie Zeit zu schenken, ist kostbarer als jeder Bonus», meinte Raphael Rudolf (SVP). Und Beatrice Taubert (SP) betonte: «Es geht darum, dass die Stadt eine Vorreiterrolle übernimmt, damit die anderen nachziehen.»

Michael Häusermann (SVP) votierte gegen Überweisung: «Ein 20-tägiger Vaterschaftsurlaub nur für städtische Angestellte fördert die soziale Ungerechtigkeit.» (uhg)

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